> Streifzüge durch den Ring — Fragmente einer Weltanschauung — 2. Ersatzdroge Glaubenschaft

initiative vernunft Impuls-Beitrag Nr. 41

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> Streifzüge durch den Ring — Fragmente einer Weltanschauung
2. Ersatzdroge Glaubenschaft

Von Andreas Raitzig

D iese Impuls-Beitragsreihe ist keine wissenschaftliche Schrift. Ich habe meine Schwierigkeiten mit allem, was sich heute „wissenschaftlich“ nennt; inklusive der Wissenschaftler. Irgendwer verzapft schliesslich den ganzen Unsinn, der uns täglich im Auftrag untergejubelt wird. Zu verkommen ist der einst stolze Name der Wissen Schaffenden. Statt Wissen zu schaffen wird Glaube kultiviert und in Ersatzreligionen dogmatisch gepanzert. Gut bezahlte Mietmäuler beweisen, wenn's denn sein muss, auch die Erdscheibe im Zentrum des Sonnensystems. Die Mathematik wird zur Hure gemacht, die jeder benutzen darf wie ihm beliebt.

Es klingt wahnwitzig, doch es ist eine traurige Tatsache, dass man heute mit mathematischen Tricks und viel Formelwust beweisen kann, dass 0 = 1 ist. Und dabei ist, mathematisch gesehen, scheinbar alles korrekt abgelaufen! Man könnte darüber lächeln, denn jeder Erstklässler würde sich köstlich amüsieren, wenn man ihm solchen Unsinn anbietet. Doch mit diesen Zaubertricks wird heute Wissenschaft gemacht. Alles, was mathematisch beweisbar ist, ist wahr, lautet die Devise seit Descartes. Und wenn mal was nicht passt, verbiegen wir eben die Mathematik. Die Urknall-Theorie ist ein erschreckendes Beispiel für eine solche Verbiegung. Denn sie kultiviert die oben angeführte „Gleichung“. Wo nix ist – ist plötzlich was. Mit gesundem Menschenverstand hat das nichts mehr zu tun, wird aber gut bezahlt, wenn man funktioniert. Der peinlichste Tiefpunkt im heutigen wissenschaftlichen Denken war wohl erreicht, als man Leimteilchen (Gluonen) erfand um den Zusammenhalt der Stofflichkeit im Atom zu erklären. „Etablierte Autoritäten“ geben vor, was von den „Aufstrebenden“ geglaubt werden muss, und der Rest trottet brav mit.

Gegen die Wenigen, ehrlich Suchenden, wird vorgegangen wie zu schlimmsten Zeiten der Inquisition. Wobei die eingesetzten Mittel zwar versteckter gehandhabt werden, aber genauso verheerend wirken. Der Schaden für die Entwicklung der Menschheit ist überhaupt nicht mehr auszudrücken. Als Beispiel mag die Relativitäts-Religion dienen. Ein Glaubensbekenntnis grössten Ausmasses, welches die Wissenschaft um 100 Jahre stagniert und zudem irrsinnige Summen verschlungen hat. Wären die Apostel des falschen Glaubens doch wenigstens unter sich geblieben dann hätte sich der Schaden in Grenzen gehalten. Doch mit schon fast manisch betriebenen Einhämmerungsorgien, denen jedes junge Gehirn ausgeliefert war und ist, hat sich neben vielen anderen Traurigkeiten auch ein falscher Energiebegriff manifestiert. Und zwar so stark manifestiert, dass es einige Zeit dauern wird, bis wieder eine —wahrhaftige Basis— für alle wissenschaftlichen Disziplinen gelegt ist. Der Begriff Energie wird in Forschung, Industrie und Gesellschaft inflationär benutzt und überhaupt nicht mehr differenziert. Es ist zur Allgemeinbildung geworden, dass Kohle, ein Laserstrahl, ein Müsliriegel und vieles andere Energie ist. Und selbst ein Physiker kann heute den Begriff Energie nicht mehr EINDEUTIG definieren.

Ziel der Impuls-Beitragsreihe ist es NICHT, die orthodoxe Wissenschaft zu widerlegen. Das wäre heute auch mit klarster Logik nicht mehr möglich, weil die Etablierten sich schon vor langer Zeit von der Logik, vor allem aber von jener wissenschaftlichen Ethik verabschiedet haben, welche den „Alten“ ein höchstes Gut war. Die heute „Etablierte Bruderschaft“, welche die Suche nach der Wahrheit egoistischer Geld- und Machtgier opferte, hat kein Recht mehr, sich Wissen-Schaft zu nennen. Das ist Ihnen zu hart? Zu reisserisch? Ich erlaube mir festzustellen, dass ich die Wirklichkeit noch viel zu seicht beschrieben habe. Fragen Sie einen „höheren Mediziner“, einen „etablierten Pharmakologen“, ob er sich freiwillig einer Chemotherapie unterziehen würde; wo die Grenze zwischen fahrlässiger Tötung und vorsätzlichem Mord aus Gewinnsucht liegt.

Ist es denn wirklich so schwer zu begreifen, dass in einer materialistisch dominierten Wirtschaftsordnung die Pharmamafia die Krankheiten zwingend benötigt, um nicht bankrott zu gehen; dass wirkliche, dauerhafte Gesundheit regelrecht geschäftsschädigend für sie ist; dass sie nicht an Gesundheit, sondern nur an Abhängigkeit interessiert ist?

Die ollen Philosophen stören nur

Will man ernsthaft und ehrenhaft die Ursachen für die vielen Verirrungen und Verbrechen der Menschheit gegen sich selbst und gegen die umgebende Natur aufdecken, darf man sich nicht überlegen fühlen und Noten verteilen. Ein Arzt, welcher vor einem entstellten Leib Ekel empfindet und es nicht schafft, den leidenden Menschen in den Vordergrund seiner Überlegungen zu stellen, wird seiner Aufgabe nicht gerecht werden. Er muss für eine gewisse Zeit seine Gefühlswelt abschalten können und rational über den Dingen stehen. Niemand wird ihm deshalb Arroganz unterstellen. Aber hinterher, wenn die Wurzel des Übels erkannt ist, ist es nicht nur sein Recht, sondern auch eine Sache seiner Ehre, ehrlich die Ursachen zu benennen. Und wenn nötig auch Ross und Reiter...

Das klingt gut und legt zugleich den Finger auf die Wunde. Denn egal wie gut unser Denken funktioniert, egal wie tief wir in die Geheimnisse der Natur eindringen, wir werden immer fehlbare Menschen bleiben. Getrieben durch unsere eigenen Wünsche und durch die Zwänge der Gesellschaft (die wir durchschauen oder eben nicht) nähern wir uns lediglich einer vermeintlichen Unfehlbarkeit. Die sogenannten Weisen, die Heiligen welche nie Fehler machen, welche wie Monolithen in der Landschaft stehen, sind mir zutiefst zuwider. Und sie sind auch sehr verdächtig, sowohl ihre Umwelt wie auch sICH SELBST ständig zu belügen.

Doch, auch wenn wir die Unvollkommenheit des Menschen, genauso wie die seiner ersonnenen Weltanschauungen, akzeptieren, und in unsere Überlegungen einfliessen lassen, hilft uns das im Moment nicht weiter. Wir erkennen lediglich, dass wir immer nur auf dem Wege zum Ziel sind (oder davon weg). Doch es wird damit noch ein zweiter Aspekt deutlich: Ein endgültig erreichbares Ziel gibt es nicht, sondern lediglich Etappen oder Stufen der Entwicklung. Aus Sicht der Ring-Philosophie wäre das Erreichen vollständiger Weisheit mit der Negation alles Bestehenden verbunden. Oder etwas flapsig gesagt: Wenn es nix mehr zu erforschen, nix mehr zu erkennen und keinen Irrtum mehr gibt, dann kann das ALL-EINE den Laden dicht machen. Es hätte sich selbst widerlegt. Somit ist der „Stein der Weisen“ nur eine Wunschvorstellung der Materialisten welche glauben, die Totalität des Kosmos würde sich in einem Gebilde, einem Stein, darstellen lassen. Doch dass sie zum Lesen und zum VERSTEHEN des STEINES auch eine gehörige Portion Grips brauchen (der garantiert nicht im Stein steckt) wird gern vergessen.

Alle philosophischen Systeme wurden von Menschen ersonnen und spiegeln neben ihrem abstrakten, weltanschaulichen Charakter, sowohl die Zeit in welcher sie entstanden, wie auch die Individualität des Verfassers wider. Es wäre ein Trugschluss zu glauben, dies liesse sich trennen. Ein grosser Geist wie Nietzsche, welchem es gelang in vorher nicht gekannter Weise tief in das Wesen menschlicher Handlungsweisen einzudringen, wurde zeitlebens von Enttäuschungen durch das weibliche Geschlecht blockiert. Dies liess ihn mitunter unakzeptabel einseitig werden. Vielen hochgelobten griechischen Philosophen war die herrschende Versklavung von Menschen in ihrer Umgebung die Normalität, welche nicht infrage gestellt wurde.

Zugleich hat sich über die Jahrhunderte bis in die Gegenwart hinein, der Trend zur Anbiederung von Philosophen an die Machtausübenden der jeweiligen Zeit gezeigt. Das führte bis zur Schaffung von Auftragsphilosophien (im Auftrag der jeweiligen Loge), von denen das Kommunistische Manifest des Mordechai Marx Levi wohl die bekannteste ist. Es bedarf sicher keiner grösseren Diskussion, um die künstlich geschaffene Abhängigkeit der Philosophen in einem materialistisch dominierten Gesellschaftssystem, als eine der Hauptbremsen für die Höherentwicklung philosophischer Systeme, zu erkennen. Vielleicht ist uns gerade deshalb Diogenes so symphatisch...

Jeder ernsthafte Philosoph sollte in einem gewissen Sinne ein Dilletant sein und bleiben! Seine Aufgabe ist es, einen übergreifenden Blick auf das Ganze zu bewahren. Er darf sich nicht fachspezifisch „verzetteln“ muss aber unbedingt die neusten Erkenntnisse aus allen Fachgebieten in sich aufnehmen und in ihrem Wesen erfassen. Das ist sein Spezialgebiet! Das Spezialistentum muss von ihm als notwendige Dualität erkannt, und darf nicht beschnitten werden. Zugleich sollte der Spezialist erkennen, dass es eine Wissenschaft um den grundsätzlichen, prinzipiellen Aufbau und die Wirkungsweise des ALL-EINEN geben muss. Dies betrifft die exakten Wissenschaften genauso, wie die sogenannten Geisteswissenschaften (obwohl mir der Ausdruck nicht gefällt, weil er den exakten Wissenschaftler, welcher ebenfalls geistig arbeitet, abwertet). Erkennt der Naturwissenschaftler, der Lehrer, der Kunstschaffende, der Politiker, die grundsätzlich-ordnenden (kosmischen) Prinzipien welche hinter allen Dingen wirken, dann ist er in der Lage in seinem Fachgebiet Entwicklungslinien zu erkennen und Irrwege von vornherein auszuschliessen. Denn alle Entwicklung kann auf das Wirken von Prinzipien zurückgeführt werden. Nutzt er dieses Wissen, dann hält er ein universelles Werkzeug für sein Spezialgebiet in der Hand. Die heute noch weit verbreitete Trennung in erstens Fachidioten, welche nicht über den Tellerrand ihrer Spezialdisziplin blicken, und zweitens philosophische Spinner, welchen immer oberflächliches Halbwissen unterstellt wird, muss ein Ende haben, weil erst beide Seiten in Synthese ein Ganzes ergeben, welches dann widerum beiden Seiten, und somit der Gesellschaft, zu Gute kommt.

An dieser Stelle sei ein hart klingender Satz erlaubt. Wenn Glaube (aus philosophischer Sicht) eine Täuschung ist, dann kann der Erhalt von Wissen mit einer starken Ent-Täuschung verbunden sein. Die starke Kraft des Glaubens (des Dogmas in der Wissenschaft) beruht nicht zuletzt auf einer unbewussten Schutzfunktion für schwache Menschen, welche in sICH erahnen, mit der Akzeptanz von neuem Wissen eine Lebenslüge zugeben zu müssen. Also plötzlich nicht mehr der grosse Zampano, sondern wie alle Anderen auch, menschlich fehlbar zu sein.

So ist auch die Ring-Philosophie nicht vollkommen, nicht fehlerfrei, sondern wird dereinst in einem grösseren, übergreifenderen System aufgehen.

Was heute allen Wissenschaftsbereichen fehlt, ist eine philosophisch-ethische Basis. Ein festes Fundament, auf welchem alle Disziplinen aufbauen können ohne zu kippeln. Diese Basis steht und fällt mit einer eindeutigen Definition der Begriffe, welche wir nutzen, um Dinglichkeiten, Eigenschaften oder Abläufe im ALL-EINEN zu beschreiben. Wie sehr man darum bemüht ist und doch fehlgeht, ist neben anderen Ansätzen z. B. an der Diskussion um die sogenannte „Null-Punkt-Energie des Vakuums“ zu sehen. Doch ohne eine genaue Definition des Begriffs „Null-Punkt“ erscheint das ganze Thema schwammig und nicht fassbar. Ja, was soll denn nun dieser ominöse Nullpunkt eigentlich sein? Ist er nur die Schnittstelle zweier oder mehrerer Linien in einem Punkt? Ergo nur ein ideelles Produkt unserer Vorstellung, ein gedachter Ort ohne räumliche Ausdehnung? Wenn ja, dann kann dieser Punkt keine Energie haben! Oder ist der Nullpunkt vielleicht ein „Etwas“, in welchem Energie gespeichert ist? Wenn ja, dann kann es kein „Punkt“ sein. Es MUSS ein räumliches Gebilde sein, ein ENERGIETRÄGER, egal welcher Abmessung.

So ist der Begriff „Null-Punkt“ selbst die Bremse für künftige Erkenntnisse, wenn die Definition nicht eindeutig erfolgt. Zugleich ist man sich über den Begriff „Vakuum“ nicht im Klaren. Eine stoffliche Leere gibt es nicht, sondern lediglich die Abwesenheit von gröberer Struktur in feiner strukturierter Stofflichkeit, mehrerer, in sich verschachtelter, Ebenen. Das wusste man bereits vor 9000 Jahren (!), aber irgendwie ist dieses Wissen verloren gegangen. Andere Theorien postulieren munter einen 4-dimensionalen Raum UM einen 3‑dimensionalen Punkt herum, sind aber ebenfalls nicht bereit mal genauer zu erläutern, wie dieser 3‑dimensionale Punkt eigentlich aussieht. Einer mathematisch formulierbaren Besonderheit in der An-Ordnung von Zahlen (Primzahlen) wird das Primat im Aufbau des Kosmos, (welcher zwar mathematisch formulierbar, aber nicht mathematisch erfindbar ist) zugeschrieben.

Wie die letzten Zeilen zeigen, ist es mein Anliegen, anhand rein logischen Denkens den Weg zum Ur-Sprung zu gehen. Der menschliche Geist braucht keine Mathematik, um die Wirk-lichkeit zu erkennen, sondern lediglich —gesunden Menschenverstand—. Die jetzt laut Protestierenden möchte ich auf den wesentlichen Unterschied zwischen erkennen und erklären (darlegen) hinweisen. Er-kenntnis, also wirk-liches inneres Wissen, kann nur individuell erlangt werden. Mathematik hat noch nie etwas erfunden, noch nie etwas gebaut oder gebacken. Sie war zu allen Zeiten ein Hilfs-Mittel, die Natur und jene in ihr ablaufenden Vorgänge geistig-abstrakt abzubilden. Dazu erfand menschlicher Geist die Zahlen. Sie sind keine göttliche Erfindung, wie Pythagoras und seine Nachfahren uns weismachen wollen. Und ein Geheimwissen, welches der HERR nur seinen Schäfchen ganz allein anvertraut, schon gar nicht. Die Erkenntnis, dass einzelne Zahlen mit Hilfe von Operanden (= Prinzipien) in eine Ordnung gebracht werden können, dass die innere Logik des Kosmos (auch, aber nicht nur) mit Zahlen dargestellt werden kann, reifte allein im LEBENDIGEN. Sie ist eine rein geistige Leistung und ihre Qualität ist abhängig vom Entwicklungsstand des Bewusst-Seins.

Einer Bakterienkultur ist es nicht bekannt, aus wie viel Einzelbakterien sie gerade besteht. Mancher Vogel erkennt „instinktiv“, ohne nachzuzählen, ob ihm gerade ein Ei aus dem Nest gemopst wurde. Erst mit der Herausbildung eines höheren Bewusst-Seins und der einhergehenden Begriffsbildung entstand die abstrakte Zahl. Die unbelebte Natur kennt überhaupt keine Zahl.




Die Einführung und Übersicht zu allen 13 Fragmenten der Impuls-Reihe

Streifzüge durch den Ring –
Fragmente einer, in sich geschlossenen, Weltanschauung


finden Sie im: . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Impuls-Beitrag Nr. 39


Die Reihe der Impuls-Beiträge von Andreas Raitzig wird fortgesetzt mit:

3. Der Ringcharakter der Philosophie . . . . . . . . .Impuls-Beitrag Nr. 42
— Vier Grundmuster der Denk-Tätigkeit


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