> Die Konfirmation - Eintritt ins Erwachsenenleben mit Gott

initiative vernunft Beitrag Nr. 3
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> Die Konfirmation - Eintritt ins Erwachsenenleben mit Gott
Von Andreas Witschi, initiative.vernunft@yahoo.de
Frick, Palmsonntag 16. März 2008


L andauf, landab begehen die Kirchgemeinden in der Zeit zwischen Palmsonntag und Pfingsten die Tradition der Einweihung „ihrer Kinder“ ins kirchliche Erwachsenen­leben. Die Konfirmation befestigt und bekräftigt den jungen Menschen bei diesem Übertritt ins Erwachsenenalter. Auch die Taufe wird persönlich bestätigt und damit das bewusste Ja zum christlichen Glauben. Mit der feierlichen Einsegnung heute bist du, liebe Konfirmandin!, lieber Konfirmand! als vollwertiges Mitglied in deine Kirche aufgenommen - dies gilt selbst­verständlich auch für den Fall, wenn du die Konfirmation heute als „Entlassungstag“ sehen solltest. Etwa so, wie die Rekruten mit dem jauchzendem Wurf ihrer Mützen sich aus dem letzten befohlenen Achtung befreien und sich in alle Himmelsrichtungen davon machen...

Früher fielen Schulabschluss und Konfirmation auf die selbe Jahreszeit. Sie markierten das lang ersehnte Ende des schulischen und kirchlichen Unterrichts. Mit dem Zeitpunkt der Konfirmation galt man also als Erwachsener und im letzten Jahrhundert war es verbreitet, dass die Frischkonfirmierten öffentlich ab sofort mit „Sie“ angesprochen wurden. Der Übergang von der Kindheit zum jungen Erwachsenen zeigte sich auch in der Kleiderordnung: Die Jungen trugen ihre ersten langen Hosen; die Mädchen ein längeres Kleid sowie die ersten Schuhe mit höheren Absätzen. Die Konfirmanden trugen aus Anlass ihrer Einsegnung das erste Mal die ortsübliche Tracht der Ledigen oder die typische, ihrem Stand angemessene Abendmahlskleidung.

Aber auch die Gotten und Göttis hatten ihre Pflichten: Es galt für die Bekleidung ihrer Göttikinder aufzukommen und die traditionellen Konfirmationsgeschenke zu überreichen. In vielen Gegenden wurden reich verzierte Bibeln, fein genähte Hemden und bestickte Tüchlein überreicht. Auf dem Land wurden nicht selten lebende Tiere geschenkt, die der Grundstock für das spätere Auskommen waren. Auch Gänse waren beliebt, deren Flaumfedern regelmässig gerupft und aufbewahrt wurden, um damit künftig das Brautbett zu befüllen. Soweit der Rückblick.

Blicken wir nun auf uns heute, auf die Konfirmation hier in der ref. Kirche Frick, auf das was kommt! Ja, liebe Bestätigte, lieber Bekräftigter, was erwartet dich da draussen im Leben? ...Was heisst da „draussen im Leben“? Du steckst doch, wie du mit deiner persönlichen Anwesenheit bezeugst, spätestens seit Geburt mitten drin im Leben!

Lieber Konfirmand, liebe Konfirmandin! Was also erwartet dich? Nun, heute erstmal ein feines Fest­essen im Kreise deiner Liebsten und Nächsten. Dann der Schulabschluss, der noch durchgestanden sein will. Womöglich musst du sogar einen letzten Effort aufbringen, um deinen Platz im Berufsleben zu finden; in einer Berufswelt, dessen Härte und manchmal sogar Unmenschlichkeit du vielleicht schon beim „Bewerbungs­hürdenlauf“ zu spüren bekommen hast. Sind die Weichen für die erste Zeit dann aber mal gestellt, - so gönnen wir es dir von Herzen - folgen erholsame, unbeschwerte Sommerferien mit lieben, verständnisvollen Menschen um dich herum, die spüren und verstehen, was dich bewegt, die dich in dieser Übergangszeit gut begleiten mögen.

Nähme ich Flügel der Morgenröte und liesse mich nieder zuäusserst am Meer,
so würde auch dort deine Hand mich greifen und deine Rechte mich fassen. Ps 139, 9 f.


Du warst, bist und wirst nie allein sein! Das ist so sicher, wie kein einziges Atom aus diesem Kosmos fallen kann. Selbst wenn es dies „wollte“, es wäre ihm nicht möglich.

Dann, mit frischem Elan, zündest du die nächste Raketenstufe auf deinem Lebensflug. Beginn der Berufs­lehre; oder eines Zwischenjahres, wo sich für dich alles aufhellt und klärt; ein Studium, wo der Lernstoff dich endlich so packt, wie du es schon immer träumtest. Vielleicht „verreist“ du ennet des Röstigrabens oder gar jenseits des Atlantiks und sammelst wertvolle Erinnerungen, die dein Leben lang halten. Mit der Zeit kristallisiert sich auch immer klarer, ob du für dich den richtigen Weg eingeschlagen hast. Zum Glück bist du als Mensch keine festverwurzelte Eiche. Du kannst deinen Lebensweg jederzeit neu ausrichten. Du brauchst nur etwas Überwindung, deinem „inneren GPS“ zu vertrauen. Folgst du deiner „inneren Stimme“, ziehst du Zuversicht, Gelassenheit und Freude und ebensolche Menschen in dein Leben. Du wirst dein Leben in all seinen Facetten annehmen und lieben.

Was immer für Herausforderungen auf dich zukommen werden - nimm sie als wertvolle „Lernkurse“ des Lebens an; Lern- und Erfahrungsstoff, den du nirgendwo buchen kannst. „Probleme“ können deine „Freunde“ werden, wenn du sie zu meistern weisst. Sie machen den Blick frei auf dein „Wahres Ich“ - auf dein wahres Wesen, deine Seele. Je weniger du dich in die Suche nach dem „perfekten Glück“ verbeisst, umso einfacher wirst du Zufriedenheit und inneren Frieden finden. Was immer du anpackst oder ablehnst in diesem dir geschenkten Leben, tue es mit der inneren Gewissheit deines Herzens und in Harmonie mit dir selber. Du wirst dann freudig feststellen: Es gibt nicht nur ein Leben nach dem Tod - Ja!, es gibt auch ein Leben vor! dem Tod, ein ganz und gar göttliches. All die Zweifel, all die Fragen, ob es Gott gibt, und wo seine Kraft der Schöpfung zu finden ist, all dies wird dir mit einem Male klar:

Gott war, ist und wird immer mit dir sein! Denn Gott und seine Schöpfung ist in allen Wesen und in allem, was dir im Leben begegnet. So auch in dir selber. So ist es.

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