> Ehrfurcht vor dem Leben - Die Ethik nach Albert Schweitzer

initiative vernunft Beitrag Nr. 7
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> Ehrfurcht vor dem Leben - Die Ethik nach Albert Schweitzer
Von Max Schnyder, mmschnyder@bluewin.ch, zeit-ethik.ch

D ie Menschheitsgeschichte ist eine Kriegsgeschichte, eine Manifestation der Hab- und Machtgier. Äusserliche Massnahmen wie Nichtangriffspakte, Friedensverträge, UNO, soziale, humanitäre Institutionen usw. sind untauglich, einen bleibenden Frieden zu schaffen, geschweige ihn zu erhalten. Die Denkmentalität, die Gesinnung aller Menschen muss geändert werden, dies muss jeder an sich selbst tun. Mahatma Gandhi sagte: „Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.“

Der Wunsch ist mehr als der Vater des Gedankens, er ist auch der des Denkens. Auch Sie wünschen sich aus Ihrem tiefsten Innern, Ihr Leben in Frieden und menschenwürdig in einer friedlichen Menschheit durchleben und geniessen zu können. Stellen Sie sich vor, jeder Mensch lebte in seinem Alltag, die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, wie Albert Schweitzer die Ethik verstand. Gäbe es noch Gewalt, Verbrechen, Rache, Kriege, Reichtum und Armut? Er begriff die Lehre Jesu, der uns empfahl: „Lass dir genügen an Nahrung, Kleidung und Obdach, trachte zuerst nach Frieden und Gerechtigkeit.“ Die Frage, wie dies weltweit möglich sein könnte, ist für den überflüssig, der bei sich selbst beginnt. Auch Sie können bei sich selbst beginnen und damit leisten Sie Ihren Beitrag zum Weltfrieden. Auch Sie können mit Ihren Mitmenschen über Jesus und Schweitzer reden. Als Theologe sagte er: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, als Philosoph sprach er von der Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Die Liebe, wie sie Jesus lehrte, ist die Grundlage aller Ethik und allen Friedens.

Prof. Dr. Albert Schweitzer (1875 - 1965)

1913 ging er nach Lambarene. Die Kollegen der Universität Strassburg warfen ihm vor, er entfliehe den europäischen Problemen der Zeit, begrabe seine Talente im Urwald, und die Wilden Afrikas empfänden ohnehin keinen Schmerz. ...Diese Überheblichkeit des IQ...

Nach seiner ersten Rückkehr aus Lambarene schrieb er, 1920, in seinem Buch „Zwischen Wasser und Urwald" folgendes: « Wenn ich es als meine Lebensaufgabe betrachte, die Sache der Kranken unter fernen Sternen zu verfechten, berufe ich mich auf die Barmherzigkeit, die Jesus und die Religion befehlen. Zugleich aber wende ich mich an das elementare Denken und Vorstellen. Nicht als ein „gutes Werk“, sondern als eine unabweisliche Pflicht soll uns das, was unter den Farbigen zu tun ist, erscheinen. Was haben die Weissen aller Nationen, seitdem die fernen Länder entdeckt sind, mit den Farbigen getan? Was bedeutet es allein, dass so und so viele Völker da, wo die sich mit dem Namen Jesu zierende europäische Menschheit hinkam, schon ausgestorben sind und andere im Aussterben begriffen sind oder stetig zurückgehen! Eine grosse Schuld lastet auf uns und unserer Kultur. Wir sind gar nicht frei, ob wir an den Menschen draussen Gutes tun wollen oder nicht, sondern wir müssen es. Was wir ihnen Gutes erweisen, ist nicht Wohltat, sondern Sühne. Die Völker, die Kolonien besitzen, müssen also wissen, dass sie damit zugleich eine ungeheure humanitäre Verantwortung gegen die Bewohner derselben übernommen haben. Wir müssen aus dem Schlafe aufwachen und unsere Verantwortungen sehen. »

Sein Aufruf 1964 in Lambarene: « Ich rufe die Menschheit auf zur Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Diese Ethik macht keinen Unterschied zwischen wertvollerem und weniger wertvollem, höherem und niedrigerem Leben. Sie lehnt eine solche Unterscheidung ab. Denn der Versuch, allgemeingültige Wertunterschiede zwischen den Lebewesen anzunehmen, läuft im Grunde darauf hinaus, sie danach zu beurteilen, ob sie uns Menschen nach unserem Empfinden näher oder ferner zu stehen scheinen. Dies aber ist ein ganz subjektiver Massstab. Wer von uns weiss denn, welche Bedeutung das andere Lebewesen an sich und im Weltganzen hat? Die Konsequenz dieser Unterscheidung ist dann die Ansicht, dass es wertloses Leben gebe, dessen Vernichtung oder Beeinträchtigung erlaubt sei. Je nach den Umständen werden dann unter wertlosem Leben, Insekten oder primitive Völker verstanden. Die unmittelbare Tatsache im Bewusstsein des Menschen lautet: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“. Diese allgemeine Bejahung des Lebens ist eine geistige Tat, in der der Mensch aufhört dahinzuleben, in der er vielmehr anfängt, sich seinem Leben mit Ehrfurcht hinzugeben und ihm seinen wahren Wert zu geben. Der auf diese Weise denkend gewordene Mensch erlebt zugleich die Notwendigkeit, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen, wie dem eigenen. So erlebt er das andere Leben in dem seinen. Als gut gilt ihm alsdann, Leben zu erhalten und zu fördern, entwickelbares Leben auf seinen höchsten Wert zu bringen - als böse gilt ihm nun: Leben schädigen oder vernichten, entwickelbares Leben in der Entwicklung hindern. Dies ist das absolute und denknotwendige Grundprinzip des Sittlichen. Durch die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben kommen wir in ein geistiges Verhältnis zur Welt. In meinem Leben habe ich immer versucht, in meinem Denken und Empfinden jugendlich zu bleiben und habe stets von Neuem mit den Tatsachen und meiner Erfahrung, um den Glauben an das Gute und Wahre gerungen. In dieser Zeit, in der Gewalttätigkeit sich hinter der Lüge verbirgt und so unheimlich wie noch nie die Welt beherrscht, bleibe ich dennoch davon überzeugt, dass Wahrheit, Friedfertigkeit und Liebe, Sanftmut und Gütigkeit die Gewalt sind, die über aller Gewalt ist. Ihnen wird die Welt gehören, wenn nur genug Menschen die Gedanken der Liebe und der Wahrheit, der Sanftmut und der Friedfertigkeit rein und stetig genug denken und leben. Alle gewöhnliche Gewalt in dieser Welt, schafft sich selber eine Grenze, denn sie erzeugt eine Gegengewalt, die ihr früher oder später ebenbürtig oder überlegen sein wird. Die Gütigkeit aber wirkt einfach und stetig. Sie erzeugt keine Spannung, durch die sie sich selbst aufhebt, sondern sie entspannt die bestehenden Spannungen. Sie beseitigt Misstrauen und Missverständnisse. Indem sie Gütigkeit weckt, verstärkt sie sich selber. Deshalb ist sie die zweckmässigste und intensivste Kraft. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinaus gibt, das arbeitet an den Herzen der Menschen und an ihrem Denken. Unsere törichte Schuld ist, dass wir nicht ernst zu machen wagen mit der Gütigkeit. Wir wollen immer wieder die grosse Last abwälzen, ohne uns dieses Hebels zu bedienen, der unsere Kraft verhundertfachen kann. Eine unermesslich tiefe Wahrheit liegt in dem Worte Jesu: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.“ »

Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben ist eine Manifestation der Liebeslehre Jesu, die im Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gründet. Wird dieses Gebot von uns allen zur Lebensregel erhoben, können wir uns zu der friedlichen Menschheit entwickeln, die alles Leben liebt und zu der wir fähig wären. Es ist die wahrhaftige christliche Ethik, denn allein sie führt zum Weltfrieden und zur Werterfüllung allen Seins.

General Omar N. Bradley sagte in seiner Rede im November 1948 in Boston: „Wir haben zu viele Männer der Wissenschaft, zu wenige Männer Gottes. Wir kennen das Geheimnis des Atoms und haben die Bergpredigt abgelehnt. Unsere Welt ist eine der nuklearen Giganten und der ethischen Zwerge. Wir wissen mehr über Krieg, als über den Frieden, mehr über das Töten, als über das Leben.“

Erst wenn alle Menschen die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben anerkennen, kann es keine Führenden in Religion, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mehr geben, die sie ablehnen, und erst dann kann die Liebeslehre des Jesus verwirklicht werden, und die Menschheit friedlich sein. Ich wundere mich, dass diese Ethik von den Ethikern nicht gelehrt wird und habe den Verdacht, dass sie gegen ihr besseres Wissen lehren. Ist das Mangelnder Mut zur Wahrheit, oder was?

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