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Beschleunigter Zusammenbruch des Finanzkartenhauses - Eine Chronologie

initiative vernunft verfolgt das Zusammenbrechen des zu hoch gebauten und mit allen Tricks abgestützten Finanz-Kartenhauses.


Ein Ausschnitt aus der Berichterstattung in den Mainstream- und Alternativ-Medien.


Zurück zur vollständigen Chronologie
http://initiativevernunft.twoday.net/stories/5368331/


Chronologie 16. - 31. Oktober 2008



29. Oktober 2008
swissinfo.ch - Börsenguru spricht von "grösster Krise aller Zeiten"
...
swissinfo: Generelle Frage. Wie erkennen Sie, ob irgendwo eine Blase besteht?
M.F.: Da gibt es ein einfaches Kriterium: Langfristige Nachhaltigkeit. Nehmen Sie eine globale Weltwirtschaft mit einer Inflation von 2% und einem realen, also inflationsbereinigten Wachstum von 3%. Die Regel lautet: Langfristig kann nichts schneller wachsen als das nominelle GDP. Nicht die Unternehmensgewinne und nicht die Anlagewerte. Überall wo etwas pro Jahr 20% raufgeht, da können sie sicher sein, dass eine Blase besteht. Dazu muss man wahrlich kein Genie sein.
...

http://www.swissinfo.org/ger/startseite/Boersenguru_spricht_von_groesster_Krise_aller_Zeiten.html?siteSect=105&sid=9896987&cKey=1225212163000&ty=st

stern.de - Staatsbankrott - 20 Milliarden Euro sollen Ungarn retten
... "Die ungarische Regierung hat ein umfassendes Paket geschnürt, das die Wirtschaft stärken wird", begründete der Direktor des IWF, Dominique Strauss-Kahn, in einer in Washington verbreiteten Erklärung den Milliardenkredit. Der EU-Kommission zufolge hat sich die ungarische Regierung verpflichtet, sowohl die Konsolidierung als auch Reformen des Staatshaushalts voranzutreiben.
http://www.stern.de/politik/ausland/:Staatsbankrott-20-Milliarden-Euro-Ungarn/643798.html
[Anmerkung initiative vernunft: Das was der IWF-Direktor fordert, bedeutet konkret z. B. folgendes: ... Im Gegenzug für ein Hilfspaket des Internationalen Währungsfonds (IWF) muss die ungarische Regierung ihnen Sparkurs weiter verschärfen. Ein Teil der 13. Monatsrenten werden gekürzt, und das 13. Monatsgehalt wird für einen Großteil der öffentlich Bediensteten gestrichen. http://derstandard.at/?url=/?id=1224776578310 ]

FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND - Island kämpft verzweifelt um Kredit
Islands Zentralbank wehrt sich immer verzweifelter gegen die Folgen der Finanzkrise, die den Inselstaat an den Rand der Zahlungsunfähigkeit getrieben hat. Die jüngste der Verzweiflungstaten: eine massive Leitzinserhöhung.
... Experten nannten die Zinserhöhung "sehr extrem". Der Schritt sei der verzweifelte Versuch, "wenigstens ein Mindestmaß an Vertrauen in den nationalen Markt zurückzugewinnen und den Handel mit der isländischen Krone wieder in Gang zu bringen" ...
http://www.ftd.de/politik/international/:Insel-am-Abgrund-Island-k%E4mpft-verzweifelt-um-Kredit/431960.html

WELT ONLINE - Steinmeier will Staatsbankrott Pakistans abwenden
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich zum Fürsprecher für Pakistan gemacht. Bei seinem gestrigen Besuch in Islamabad forderte er die internationale Staatengemeinschaft dazu auf, dem krisengeschüttelten Land so schnell wie möglich bei der Bewältigung der akuten Finanzkrise zu helfen. Nur der Internationale Währungsfonds (IWF) könne das Land vor dem endgültigen Kollaps retten - und zwar innerhalb einer Woche. "Helfen wird nur ein Kredit, der in den nächsten sechs Tagen zustande kommt", erklärte Steinmeier nach einem Treffen mit seinem Amtskollegen Shah Mehmood Qureshi. Außerdem versprach er zusätzliche Mittel aus Deutschland. Konkrete Summen nannte er allerdings nicht. ...
http://www.welt.de/welt_print/article2642249/Steinmeier-will-Staatsbankrott-Pakistans-abwenden.html


28. Oktober 2008
Tages-Anzeiger - Jean Ziegler fordert «Nürnberger Prozess» für Banker
Der streitbare Genfer Soziologe sorgt erneut für Aufruhr. Er hofft, dass die Verantwortlichen der Krise vor ein internationales Gericht gestellt werden.
... «Ein Nürnberger Tribunal soll die Gauner verurteilen, welche die Krise verursacht haben.» Er zieht damit eine Parallele zu den Prozessen in Nürnberg, bei denen die Alliierten nach der Kapitulation des Dritten Reiches führende Nazis aburteilten. ... Die Finanzkrise ist für ihn aber auch eine grosse Chance: Er hofft, dass aus der Krise eine «neue Weltordnung» hervorgeht. «Die Theorie der Rechtmässigkeit des Kapitalismus – dieses Dschungels, der den Planeten seit 15 Jahren dominiert – hat sich aufgelöst». Die Krise habe dem Neoliberalismus die Maske runtergerissen: Die Gesetze des Marktes sind keine unabänderlichen Naturgesetze, die Privatisierung des öffentliches Sektors ist gescheitert, der freie Markt schafft nicht den grösstmöglichen Reichtum auf dem Planeten. ... Die «neue Weltordnung», die sich Ziegler wünscht, würde das Ende des Hungers auf der Welt bedeuten. Und das Ende des «Massakers», das der Westen in der Dritten Welt anrichtet. «Die Herrschaft der Weissen, die nur 13 Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, ist zu Ende», sagt Ziegler. Mit seiner Forderung nach einem Tribunal für «arrogante Banker» geht Jean Ziegler einmal mehr aufs Ganze. Bereits 2005 wurde er stark kritisiert, als er, in seiner Funktion als Uno-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, israelische Soldaten im Gazastreifen mit «KZ-Wärtern der Nazis» verglich.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Finanzkrise-Jean-Ziegler-fordert-Nuernberger-Prozess-fuer-Banker/story/17317119

FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND - Warnung der Bank of England - Weltfinanzsystem droht Mega-Domino-Day
Banken wanken, Hedge-Fonds sind in Not, Unternehmen streichen ihre Prognose und Staaten kollabieren. Das ist nicht neu. Doch laut der britischen Notenbank drohen weltweite Dominoeffekte. Die drastische Warnung: Die Lage ist so instabil „wie seit Menschengedenken nicht“.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Warnung-der-Bank-of-England-Weltfinanzsystem-droht-Mega-Domino-Day/431600.html
[Anmerkung initiative vernunft: Die Warnung der Bank of England (BoE) lässt aufhorchen, denn die BoE ist selber einer der grössten und bestimmendsten "Dominosteine" im globalen Finanzsystem. Bekanntlich werfen grosse Ereignisse ihre Schatten voraus.]


26. Oktober 2008
DasGelbeForum - attac-Demonstration auf der DAX-Kurstafel: "Finanzmärkte entwaffnen!"
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http://www.dasgelbeforum.de.org/board_entry.php?id=50933

Tages-Anzeiger - Deutsche Nachrichtenagentur sieht schwarz für die Schweiz
Sogar «Verhältnisse wie in Island», also ein Staatsbankrott, würden in der Schweiz nicht mehr ausgeschlossen. Das berichtete die DPA.
... Die Agentur zeichnet das Schreckensszenario: «Geht die UBS pleite, dann dürfte die Finanz-Schweiz fertig sein – dies ist mittlerweile nahezu gängige Meinung unter Bankenexperten.» ... Zitiert wird weiter der SPD-Politiker und frühere deutsche Finanzminister Hans Eichel, mit Verweis auf die «Handelszeitung». Man müsse sich fragen, ob «diese kleinen Länder» für ihren Bankensektor nachhaltig Garantien abgeben können wie die grossen EU-Länder, in denen der Bankensektor volkswirtschaftlich nicht die gleiche Bedeutung hat. Dramatisches Schlusswort des Textes: «Es muss einfach gut gehen – sonst stehen die Eidgenossen vor dem Ruin.»
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Deutsche-Nachrichtenagentur-sieht-schwarz-fuer-die-Schweiz/story/21589038

Neue Luzerner Zeitung Online - Lega dei Ticinesi wehrt sich gegen den Staat
Die Lega dei Ticinesi hat die Bevölkerung zu einem Steuerstreik aufgerufen. Die Partei will auf diese Weise gegen das UBS-Rettungspaket von Bund und Nationalbank im Umfang von 68 Milliarden Franken protestieren.
... Die Bürger sollten fortan keine direkte Bundessteuer mehr an die "Vögte in Bern" entrichten. Die Firmen sollten zusätzlich die Mehrwertsteuer zurückbehalten. ...
http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/national/detail.htm?client_request_className=SdaNewsItem&client_request_contentOID=297121

Spiegel Online - Daimler stoppt Produktion für fünf Wochen
Die Finanzkrise macht den Autoherstellern schwer zu schaffen. Der Stuttgarter Autohersteller Daimler will nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinem Sonntagszeitung" wegen des drastischen Einbruchs der Nachfrage für fünf Wochen die Produktion einstellen. Die Zeitung beruft sich auf einen Konzernsprecher und schreibt, dass die Weihnachtspause am 11. Dezember beginne, tags darauf folge noch eine Inventur. Danach würden fünf Wochen lang keine Autos montiert. Erst am Montag, 12. Januar, sollen die Daimler-Beschäftigten laut "FAS" die Arbeit wieder aufnehmen. Zuvor hatte bereits der Autobauer Opel seine Produktion gedrosselt. Auch BMW will wegen der schwindenden Nachfrage weniger Fahrzeuge bauen. Ebenso fahren die VW-Töchter Seat und Skoda ihre Produktion zurück. ...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586622,00.html
[Anmerkung initiative vernunft: Ist der Produktionsstopp die Folge des Zusammenbruchs des Weltschiffsverkers? Recherchieren Sie nach
"Baltic Dry Index" z. B. hier: 24. Oktober 2008, wallstreet:online, Von sicheren Häfen und sinkenden Schiffen, http://rohstoffe.wallstreet-online.de/nachricht/2592962.html : ... Was sagen uns denn nun eigentlich sogenannte Frühindikatoren über den weiteren Verlauf der Weltwirtschaft? Einer der wichtigsten Frühindikatoren ist dabei der Baltic Dry Index (BDI). ... Je größer die Anzahl der zu verschiffenden Güter ist, desto größer ist die Nachfrage und desto höher der Verschiffungspreis. Über 90 Prozent des Welthandels, fast 95 Prozent des Außenhandels der Europäischen Union und nahezu 70 Prozent des deutschen Im- und Exports werden über den Seeweg abgewickelt. Besonders Trockenschüttgut wie beispielsweise Eisenerz, Kohle und Zement werden am Anfang eines Produktionsprozesses benötigt, sodass der Baltic Dry Index oft als führender Wirtschaftsindikator angesehen wird. ... Einen Allzeithöchststand markierte der Baltic Dry Index am 20. Mai 2008 mit einem Schlussstand von 11.793 Punkten. Nach einer Zuspitzung der Finanzkrise im Frühjahr 2008 begann der Index wieder zu sinken. Am 13. Juni 2008 schloss der BDI mit 9.646 Punkten wieder unter der Marke von 10.000 Punkten. Am 11. September 2008 wurde mit einem Schlussstand von 4.893 Punkten auch die 5.000-Punkte-Grenze unterschritten. Einen neuen Tiefststand erzielte der BDI am 21. Oktober 2008, als er den Handel mit 1.292 Punkten beendete. Seit dem Allzeithöchststand vom 20. Mai 2008 entspricht das einem Rückgang um 89,0 Prozent oder 10.501 Punkten. Das ist der größte Sturz in der Geschichte des Baltic Dry Index. Der Baltic Dry Index ist also als ein Frühindikator für die weltweite Wirtschaftslage anzusehen und brach innerhalb der letzten fünf Monate um nahezu 90% ein. Einen großen Anteil an diesem Rückgang hat sicherlich auch China, das in den letzten Jahren mit der Massenproduktion von Textilien, Spielzeug und weiteren Billigprodukten sowie der enorm gestiegenen Nachfrage nach Rohstoffen einen großen Anteil an den weltweiten Frachtraten einnahm. ... ]

DIE LINKSZEITUNG - Finanzkrise: Milliarden-Transfers auf die Konten der Reichsten - Verwendungszweck: Luxus und Spekulation
Milliarden an Steuergeldern flossen aus dem öffentlichen Sektor ab, auf die Konten von nur 10 Prozent der Deutschen, der Reichsten im Lande.
Josef Ackermann ist ein Profi, wenn es um Bilanztricks geht. Um sich reich zu rechnen, installierte er in den Jahren 2005/06 eine Chimäre namens "Eigenkapitalrendite vor Steuern", die auf einem sagenumwobenen "Average Active Equitiy" beruhte. Auf der ganzen Welt verwendet kein anderes Unternehmen diese Messgröße. Aus 12 Prozent Gewinn machte Ackermann 2006 so kurzerhand 25 Prozent. Seine Schweizer Kollegen Peter Wuffli von der UBS und Oswald Grübel von der Credit Suisse schüttelten damals nur hörbar mit dem Kopf. Wenn nicht in Deutschland wäre Ackermann wohl in keinem anderen westlichen Industrieland mit dieser Phantasiebilanzierung durchgekommen. ... Es ist illusionär zu erwarten, dass die Spitzen der großen Koalition die Spiegelfechtereien der privaten Finanzbosse auch nur im Ansatz durchschauen. ... Ungarn kämpft gegen den Staatsbankrott. Die Finanzblender in Irland, Spanien und Grossbritannien haben in den vergangenen Jahren ihre Immobilienblase noch weitaus maßloser gefüttert als ihre Kollegen in den Vereingten Staaten. Stiegen die Häuserpreise in den USA von 1999 bis 2004 um rund 80 Prozent, so waren es in Spanien und Großbritannien im selben Zeitraum sage und schreibe rund 150 Prozent. ... Im Fall Island hat die BayernLB bis jetzt zugegeben, dass von den 1,5 Milliarden Euro an Krediten mehr als die Hälfte, nämlich 800 Millionen, als uneinbringlich gelten dürfen. ... Die Weichensteller dieses Desasters waren vor allem Gerhard Schröder, Werner Müller und Wolfgang Clement, ihre willigen Helfer sind bis heute Peer Steinbrück und Franz Müntefering. Die Zauberlehrlinge, die sich so gern im Glanz der Global Player und der großen Bosse sonnten, gingen mit Konvertiteneifer daran, den staatlichen Sektor auszutrocknen, die sozialen Sicherungssysteme auszuhöhlen und zu desavouieren. Dadurch wurden riesige Geldströme auf die Mühlen der halbseidenen Finanzcroupiers gelenkt. ... Es waren Peer Steinbrück und sein Adlatus Jörg Asmussen, die die gesetzlichen Sicherheitsschleusen öffneten und höchstministeriell die Empfehlung ausgaben, in Finanzabenteuer wie Zertifikate, Verbriefungen, ABS (Asset Backed Securities) und PPP (Public Private Partnerships) einzusteigen. Die Kommunen folgten dem Rat und ließen sich, meist aus purer Finanznot, auf die von Bankenchefs, von Clement, Steinbrück und Co empfohlenen Geschäfte ein. Die Konzernchefs, Vermögensmillionäre und Bestverdienenden taten dasselbe, allerdings aus "Überfinanzierung", sprich, weil ihre Schatullen dank Schröders "Reformen" überquollen. Durch Panikmache mit der demographischen Lüge, durch systematischen Sozialabriss, durch Aushöhlung des Sozial- und Rentensystems erzeugte die Agenda-Nomenklatur jahrelang Stimmung, um die Bürger in die private Risiko- und Altersvorsorge und damit in den Wertpapiermarkt, in Aktien- und Versicherungsfonds zu treiben. So wurden Hunderte von Milliarden an redlich erwirtschaftetem und erspartem "gutem" Geld lukriert und in den undurchsichtigen globalen Finanzmarkt, in angeblich vielversprechende und "todsichere", in Wahrheit jedoch transnationale, unkontrollierbare Wertanlagen gelenkt. ... Innerhalb weniger Wochen haben sich sämtliche Warnungen als richtig erwiesen, ja, der sich abzeichnende Tsunami übertrifft sogar die schlimmsten
Erwartungen. ...

http://linkszeitung.de/content/view/169985/42/


25. Oktober 2008
Tages-Anzeiger - «Das wird die schlimmste Rezession der vergangenen 25 Jahre»
Nobelpreisträger Joseph Stiglitz sieht schwarz: Die Wirtschaftslage wird schlechter, und die nächste Generation zahlt für die Fehler der Banken.
... Wir haben keinen Grund zu glauben, dass der Tiefpunkt erreicht ist. Die Wirtschaftslage wird immer schlechter. Und die Börsen haben sich sowieso von der Realität abgekoppelt. Sie befanden sich auf einem Höhenflug, als längst klar war, dass die Wirtschaft sehr krank war. Für mich sind die Börsen kein geeigneter Indikator, um zu beurteilen, was wirklich passiert. ...
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Das-wird-die-schlimmste-Rezession-der-vergangenen-25-Jahre/story/13137734

NZZ - Merkel für eine neue Weltfinanzverfassung
... In Peking ist das Asien-Europa-Treffen in Peking zu Ende gegangen. Die deutsche Bundeskanzlerin forderte die Einigung auf eine internationale Finanzverfassung. «Denn nur so können wir verhindern, dass sich eine solche Krise wiederholt.», sagte sie. ...
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/merkel_fuer_eine_neue_weltfinanzverfassung__1.1166628.html
[Anmerkung initiative vernunft: Die Forderung von Angela Merkel heisst vor allem eines: Mehr Macht für den IWF.]

Frankfurter Rundschau - Nach dem Turbokapitalismus - Als Geldfortschritt getarnter Kreditbetrug
Von Wilhelm Hankel, Professor (em.) der Uni Frankfurt
... Keiner zieht eine Lehre aus der Krise, weder aus der aktuellen noch den früheren. Damit bleibt der älteste Konstruktionsfehler des Finanzsystems erhalten: die getrennte Kontrolle von Geld und Kredit. Bereits König Midas entdeckte im siebten Jahrhundert vor Christus, dass sich aus einem begrenzten Vorrat an Münzmetall weit mehr Münzen schlagen ließen, wenn man den Metallgehalt pro Münze kräftig herabsetzte. ... Die Opfer der Finanzkrise sind die Geschäfts- und Arbeitswelt, die Sparer und Steuerzahler, der gesamte Staat, die Allgemeinheit. Doch ist die Allgemeinheit dazu verurteilt, die Verluste der Täter zu übernehmen und zu bezahlen? Diese Frage stellt sich in jeder Finanzkrise aufs Neue. ... Das Geld selber ist ein öffentliches Gut und wird seit einigen hundert Jahren vom Staat kontrolliert. Die im Staatsauftrag handelnden Zentralbanken garantieren den Gleichklang von Geld- und Güterproduktion - wenn auch nicht immer erfolgreich. Nur so lässt sich die Kaufkraft des Geldes einigermaßen stabil halten. Dagegen erfreut sich die Kreditwirtschaft seit über zweitausend Jahren paradiesischer Freiheit. Die Bankwelt gewährt ihren Kredit in eigener Regie und Verantwortung. Ihr Kredit entsteht aus dem Handel mit Staats- oder Zentralbankgeld, das vertrauensselige Sparer bei den Banken einlagern. Sie, die Sparer liefern den Banken das Geld für den Kredit, die Banken transportieren es weiter. Eigentlich sollte Banken nur die Spediteure sein. Doch in Wahrheit produzieren sie selber die Fracht, die sie liefern und gegen Zins verkaufen. Mit gutem Gewinn: Denn die Produktion des Gutes "Kredit" kostet nur einen Bruchteil seines Marktwertes, wie Midas' dünne Münzen. Doch das ist eine lange Geschichte, die wir gleich noch erzählen werden. ... Doch das Brennelement dieser kapitalistischen Dynamik ist der Kreditbetrug der Banken. Sie transportieren nicht nur als Spediteur das ihnen anvertraute Geld. Sie vermehren und inflationieren es kräftig. Durch ihren Kredit entsteht ständig neues Geld mit vermeintlich derselben Kaufkraft wie das alte sie hatte. Doch wie machen sie das? Gestützt auf die uralte, aber keineswegs sichere Erfahrung, dass nicht alle Sparer gleichzeitig ihr Geld zurückfordern und abheben, leihen sie mehr an Kredit aus, als sie eigenes Geld besitzen. Sie erweitern den Geldmantel der Volks- und Weltwirtschaft und verbreiten in der Öffentlichkeit die Illusion, dass sie ihr Kreditgeld jederzeit zum Kurs 1:1 in staatliches Bargeld umtauschen könnten. Wann immer diese Illusion platzt und sich als Betrug erweist, sprechen alle von der Finanzkrise wie von einem Erdbeben oder Tsunami. Doch die Finanzkrise ist keine Naturkatastrophe, sondern immer von Menschen gemacht. Und was diese Krisen zur "endlosen Geschichte" des Kapitalismus hat werden lassen, ist die blind geglaubte Botschaft der Bankenwelt und ihrer Apologeten in Wissenschaft, Regierung und Medien: Dass die Kreditinflation stets Ausweis des jeweils größten finanztechnischen Fortschritts der Epoche sei. ... Bereits vor 80 Jahren kam die Wissenschaft zu anderen Schlüssen, während der letzten großen Weltwirtschaftskrise. Denn auch nach dem Schwarzen Freitag vom Oktober 1929 mussten die Staaten im Eilverfahren mit Millionen Steuergeldern ihre Banken sanieren. In Deutschland wurden 1931/32 alle großen Privatbanken bis auf eine verstaatlicht. Doch als das Finanzgewitter abgezogen war, stellte Hitler den alten Zustand wieder her,er privatisierte die Banken wieder. Vermutlich hatten sie ihm signalisiert, seinen Krieg mitzufinanzieren. ... Aber erst mit der Globalisierung des Bankengeschäfts erreicht der Midas-Kult seine Vollendung. Im globalen Netzwerk der Bank-zu-Bank-Kredite ist die Kreditwirtschaft weder auf das Geld der Staaten und Zentralbanken als Mittel letzter Liquidität angewiesen noch auf den Sparer als Geldlieferanten. Der Spediteur kann seine Kreditfracht frei von jeder Begrenzung selbst bestimmen! ... Wie sehr der Rückgriff auf diese selbstgeschaffene Kreditmaschine die Bankenwelt um ihren Verstand gebracht hat, illustrieren diese Zahlen: 500 Billionen US-Dollar an Derivaten stehen 50 Billionen Welt-Bruttoinlandsprodukt gegenüber und 10 Billionen Welthandel (2007). Zehn beziehungsweise zwei Prozent dieser astronomischen Summen hätten ausgereicht, Produktion und Handel der gesamten Welt zu finanzieren. Der Überschuss galt dem aberwitzigen Versuch, Geld mit Geld zu verdienen statt mit Arbeit. Wie leicht vorauszusehen war, musste er scheitern. Doch die Frage lautet: Muss die Gesellschaft nun wieder ihre Banken retten? Sie muss jetzt nur eines: Endlich dafür sorgen, dass die unendliche Geschichte der Finanzkrisen aus dem als Geldfortschritt getarnten Kreditbetrug zu Ende geht. Das globale Kreditgeschäft der Banken gehört an dieselbe Kette gelegt wie das nationale. Nur dann kann der Kapitalismus überleben.
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1618999_Als-Geldfortschritt-getarnter-Kreditbetrug.html

TELEPOLIS - Isländer protestieren: "Wir sind keine Terroristen"
... Die britische Regierung hat die Antiterrorgesetzgebung in Anspruch genommen, um das Vermögen von isländischen Banken in Großbritannien einzufrieren. Der Fall zeigt, wie gut sich Gesetze, die einst ausschließlich für die Bekämpfung des Terrorismus eingeführt und durchgesetzt wurde, anderweitig instrumentalisieren lassen. ... Allerdings beginnt sich nun der Zorn auch auf den Premierminister und den Chef der Zentralbank zu richten. Gestern demonstrierten 2000 Isländer in Reykjavik und forderten deren Rücktritt, weil sie nicht rechtzeitig vor den Problemen gewarnt hätten. ...
http://www.heise.de/tp/blogs/8/117936


24. Oktober 2008
Tages-Anzeiger - UBS-Aktie auf Allzeit-Tief – SMI 6 Prozent im Minus
Der Fall der Aktien der Grossbank UBS scheint ungebremst: Die Papiere sind am Freitagvormittag unter 15 Franken gerutscht. Die Märkte brechen in ganz Europa ein.
... Die schlechten Vorboten aus Asien haben in ganz Europa an den Börsen panikartige Ausverkäufe ausgelöst. In Deutschland stürzte der DAX um bis zu 9,3 Prozent ab. Der Euro ging gegen den Franken in den freien Fall über. ...
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/UBSAktie-auf-AllzeitTief--SMI-6-Prozent-im-Minus/story/10403846

Tages-Anzeiger - BÖRSE - MARKTÜBERSICHT, 24. Oktober 2008, 12 Uhr MESZ
TA-Boerse-2008-10-24-12h-marked
http://boerse.tagesanzeiger.ch/
[Anmerkung initiative vernunft: Das Bild oben sagt mehr als tausend Worte: Es zeigt auf, wer es in der grossen Krise "schafft", als grösster Gewinner, Profiteur da zu stehen. Dies trotz markanter Verluste ganzer Länder-Indizes wie der SMI -6 %, der DAX -9 %, der NIKKEI -9 %, oder Börsenschwergewichte wie ABB -13 % und Credit Suisse -12%. Sogar die Unze Gold verlor mehr als 5 %.]

Spiegel Online - BÖRSENBEBEN - Dax stürzt zeitweise elf Prozent ins Minus
... "Das ist keine Panik mehr, das ist schon eine Kapitulation", kommentierte ein Marktexperte die neuen Verluste. "Der Anleger fällt in die stabile Seitenlage und kann nur noch zuschauen." Ein zweiter Händler sagte, ihm fehle mittlerweile die Fantasie, wie weit es noch nach unten gehen könnte. "Aktuell gilt am Markt das Motto: Alles muss raus!" ...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,586306,00.html

Tages-Anzeiger - Das grosse Abheben beginnt
An die langen Schlangen vor den Goldschaltern haben sich die Banken schon gewöhnt. Neu für sie ist der Andrang im Tresorraum. Zum Beispiel bei der UBS: Sie verzeichnet seit einigen Wochen «auffällige Zuwachsraten» bei der Vermietung von Schliessfächern. So beobachtet das Bankpersonal erstaunt, wie Leute erst ihr Konto plündern und dann bündelweise Hunderter- und Tausendernoten in ihr Schliessfach legen. Vermehren wird sich das Geld dort nicht. Dafür können die Besitzer ruhiger schlafen. Denn was sie im Schliessfach deponieren, sehen sie auch wieder, wenn die Bank plötzlich Pleite gehen sollte. ... Zustände wie in Deutschland herrschten aber noch nicht, versichert Fischer. Dort legt das Geldtransportgewerbe inzwischen Sonderschichten ein, um die Banken mit genügend Barem einzudecken. In Grossstädten muss es Bankomaten, die sonst nur einmal pro Tag nachzufüllen sind, zwei- bis dreimal täglich füttern. ... [Ein Kommentar lautet: "Irrational" nennt ein UBS-Sprecher das Verhalten der Kunden. Diese verhalten sich jedoch nicht anders als die Banker selbst. Dass dies fatal ist, steht ausser Frage. Aber weshalb sollen die Normalsterblichen anders und vor allem professioneller mit ihren Guthaben umgehen als die "Experten"?]
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Das-grosse-Abheben-beginnt/story/21673955


22. Oktober 2008
Welt Online - Euro-Absturz - Jetzt droht ein weltweites Währungsbeben
Die Finanzkrise erreicht eine neue Dimension: Nach den Aktien- spielen nun auch die Devisenmärkte verrückt. In den vergangenen Wochen hat es eine panikartige Flucht in Dollar und Yen gegeben, Schwellenländer sind die großen Verlierer. Die Situation erinnert an die Asienkrise von 1997.
http://www.welt.de/finanzen/article2611741/Jetzt-droht-ein-weltweites-Waehrungsbeben.html

FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND - Kampf gegen Finanzkrise - Fed pumpt 540 Mrd. Dollar in Geldmarktfonds
Die US-Notenbank weitet ihre Notprogramme gegen die Finanzkrise noch einmal drastisch aus: Mit bis zu 540 Mrd. $ stützt die Fed Geldmarktfonds, die in den vergangenen Monaten stark unter Druck geraten waren.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Kampf-gegen-Finanzkrise-Fed-pumpt-540-Mrd-Dollar-in-Geldmarktfonds/429029.html

FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND - Out of Office - Die Abrechnung
Kaum einer hat von der Krise so sehr profitiert wie der Hedge-Fonds-Manager Andrew Lahde. Nun knöpft er sich die Branche vor, witzelt über die ganzen "Idioten" und dankt "dummen Kunden".
... Im "Wall Street Journal" wurde jüngst ein Hedge-Fonds-Manager, der gerade seinen 300 Mio. $ schweren Fonds auflöst, mit den Worten zitiert: "Was ich über das Hedge-Fonds-Geschäft gelernt habe? Dass ich es hasse." Das kann ich so unterschreiben. Ich habe das Spiel wegen des Geldes mitgemacht. Die Low-Hanging Fruits - sprich: die Idioten, deren Eltern für Yale und den Harvard-MBA blechen - warteten nur darauf, gepflückt zu werden. Diese Leute waren (häufig) wirklich die Ausbildung nicht wert, die sie (angeblich) erhalten haben, aber sie stiegen trotzdem in Unternehmen wie AIG, Bear Stearns und Lehman Brothers sowie in alle Ebenen unserer Regierung auf. Dieses die Aristokratie stützende Verhalten machte es mir letztlich nur einfacher, Leute zu finden, die dumm genug waren, meine Verluste auszugleichen. Gott segne Amerika. ... Was die US-Regierung anbelangt, hätte ich einen Vorschlag. Zunächst möchte ich auf die offensichtlichen Fehler aufmerksam machen: In den vergangenen acht Jahren wurden dem Kongress wiederholt Gesetzentwürfe vorgelegt, die den räuberischen Kreditvergabepraktiken der jetzt meist nicht mehr existenten Institute Einhalt geboten hätten. Diese Kreditinstitute haben mit schöner Regelmäßigkeit die Säckel beider Parteien gefüllt, und als Gegenleistung lehnten diese Gesetze ab, die den einfachen Bürger schützen sollten. Das ist ein Skandal, aber niemanden scheint es zu kümmern, oder niemand scheint auch nur darüber Bescheid zu wissen. ...
http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:Out-of-Office-Die-Abrechnung/428968.html?nv=cd-topnews
[Hervorhebung und Anmerkung initiative vernunft: So funktioniert "Demokratie" in der Realität.]

26. November 2007
sueddeutsche.de - Hedgefonds kassiert 1000 Prozent Rendite
... Lahdes Strategie ist simpel: Er hat einfach rigoros gegen den Markt gewettet – und massiv Profit daraus geschlagen, berichtet die Financial Times. Die US-Immobilienkrise mit dem radikalen Preisverfall für Eigenheime ahnte er voraus – darum vermied er es, im sogenannten Subprime-Segment zu investieren. ...
http://www.sueddeutsche.de/finanzen/artikel/124/144794/



21. Oktober 2008
Mitteldeutsche Zeitung - Dankesrede von Hans-Dietrich Genscher - Verleihung des Walther-Rathenau-Preises am 21. Oktober 2008
... Meine sehr verehrten Damen, meine Herren, Ereignisse und Entwicklungen ganz anderer Art werfen heute Schatten auf unsere immer enger zusammenwachsende Welt. Die Ereignisse der letzten Wochen haben in einer dramatischen Weise die zentrale Aufgabe unserer Zeit, eine neue Weltordnung zu gestalten, in das Bewusstsein der Menschheit gerufen. Es handelt sich dabei keineswegs allein um eine Frage der Finanzpolitik. Es geht um das Grundverständnis unserer Gestaltungsaufgaben am Anfang des 21. Jahrhunderts. ... Man kann, wenn man die richtigen Antworten auf die jetzt aufkommenden Fragen geben will aber nicht darüber hinweg sehen, dass zwei Jahrzehnte nach Ende des Kalten Krieges verstrichen sind, die für die Gestaltung einer neuen Weltordnung nicht oder nicht ausreichend genutzt wurden. ... Der damalige amerikanische Präsident George Bush sprach nach dem Fall des Eisernen Vorhangs vom Entstehen einer neuen Weltordnung. Er mag damals empfunden haben, wie weitsichtig Washington in den letzten Jahren des 2. Weltkrieges die Notwendigkeit erkannt hatte, der Nachkriegswelt Rahmen und Gestalt zu geben. Die Initiative für die Gründung der Vereinten Nationen und die Initiative für die Neuordnung der Weltwirtschaft durch die Konferenz von Bretton Woods belegen das. Die Errichtung des internationalen Währungsfonds und der Weltbank, der Aufbau einer neuen internationalen Währungsordnung waren bedeutsame Schritte in eine gemeinsame Zukunft. Damals erlebte die Welt einen Sieg von Verantwortung und multilateralem Handeln über altes Denken. ... Die KSZE als Stabilitätsrahmen für den Raum von Vancouver bis Wladiwostok war durch die deutsche Ostvertragspolitik, die Politik von Willy Brandt und Walter Scheel, möglich geworden. Diese Politik der Rüstungskontrolle und Abrüstung und der Zusammenarbeit wurde inspiriert von dem Harmel-Bericht des westlichen Bündnisses. Er setzte das Ziel einer gesamteuropäischen Friedensordnung. Diesem Ziel sind wir mit der Überwindung der Teilung Deutschlands und Europas ein großes Stück näher gekommen, erreicht haben wir es noch nicht. Immerhin, es entstanden stabile Rahmenbedingungen für die friedlichen Veränderungsprozesse in Europa, die einmündeten in das Ende des Kalten Krieges. ... Sehr bald, nach Ende des Kalten Krieges war im Westen schon eine prinzipielle Debatte geführt worden über die Frage, ob die Bipolarität des Kalten Krieges der Gegensatz Washington-Moskau also, abgelöst wird von einer unipolaren Weltordnung: Fokussiert auf und dominiert von Washington. Oder, ob eine multipolare Weltordnung entsteht, mit Kraftzentren in verschiedenen Teilen der Welt. Das war die erste strategische Debatte über Struktur und Gestalt einer globalen Weltordnung. Leider gab es dazu keine einheitliche europäische Auffassung, die nachhaltigen Einfluss hätte nehmen können auf die amerikanische Diskussion mit der Fixierung der Bush jr.-Administration auf das unipolare Modell. Die Geschichte hat die Frage längst beantwortet. Die Multipolarität ist Realität und die Notwendigkeit globaler Kooperation ergibt sich daraus zwingend. Es war der frühere amerikanische Präsident Bill Clinton, der nach dem Ausscheiden aus seinem Amt zurecht feststellte, dass Amerika heute in jeder Hinsicht das stärkste Land der Welt sei. Der sein Land ermahnte, dieses Gewicht zu nutzen, um eine neue Weltordnung zu schaffen, in der Amerika sich auch dann noch wohlfühlen könne, wenn es nicht mehr das stärkste Land der Welt sei. Eine solche Weltordnung kann aber nur Bestand haben, wenn sie kooperativ geschaffen wird unter Teilnahme der bestimmenden Regionen der Welt von heute. Europa und Nordamerika sind gut beraten, wenn sie die transatlantische Partnerschaft als Stabilitätsanker einer solchen Weltordnung verstehen. ... Die neue Weltordnung wird sich auf diese Einsichten stützen müssen. Die grundlegendste davon ist, dass Größe nicht mehr Macht gewährt, sondern mehr Verantwortung auferlegt. Das bedeutet im Grundverständnis der neuen Weltordnung: Es gilt die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren. ... Gerade angesichts der Dramatik der Finanzkrise und ihrer Auswirkungen müssen nun endlich die gebotenen Schlüsse für eine Weltordnung der globalen Interdependenz gezogen werden. Globalisierung bedeutet auch globale Nachbarschaft aller mit allen. Es gibt keine entfernten Gebiete und Ereignisse mehr. Diese Nachbarschaft in der Welt von heute und morgen ist verpflichtende Nachbarschaft. Es geht um eine Weltnachbarschaftsordnung. ... So wie die Frage nach Unipolarität oder Multipolarität zur Schicksalsfrage für die Menschheit geworden ist, so ist es genauso eine Schicksalsfrage, ob wir die Finanzkrise nutzen, um jetzt die Gestaltung aller Bereiche des globalen Zusammenlebens obenan auf der internationalen Agenda behandeln. Da geht es um die Schaffung einer globalen Sicherheitsarchitektur. Es geht um Regeln und Sanktionen bei Regelverstoß für die globale Wirtschafts- und Finanzordnung. Es geht um die gemeinsame Beantwortung der globalen Herausforderungen beim Klimaschutz und bei der Energieversorgung. Es geht um eine Weltordnung, die überall als gerecht empfunden werden kann. ... Meine Damen und Herren, Europa hat eine Vision für eine neue Weltordnung. Es hat eine Mission, diese Vision Realität werden zu lassen. ...
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1224568540372

NZZ - Schweiz droht Platz auf Schwarzer Liste - OECD will Steueroasen austrocknen
... Bis zum Sommer 2009 wolle die OECD eine neue Schwarze Liste der Steuerparadiese veröffentlichen. In neun Monaten soll es in Berlin eine Konferenz über den Kampf gegen Steuerparadiese geben. Auch ohne internationale Einigung werde er in Deutschland aktiv werden, kündigte Steinbrück an. ...
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/oecd_will_steueroasen_austrocknen_1.1146322.html

NZZ - Sarkozy will Schlüsselindustrien teilverstaatlichen
Als Antwort auf die drohende Wirtschaftskrise hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy eine Teilverstaatlichung von Schlüsselindustrien vorgeschlagen. «Wir sollten über eigene Staatsfonds nachdenken, um strategisch wichtige Unternehmensanteile, die abgewertet sind, aufzukaufen», sagte der amtierende EU-Ratspräsident am Dienstag auf einer Pressekonferenz im Europaparlament.
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/sarkozy_will_kapitalismus_neu_gruenden_1.1145475.html

15. Oktober 2008
RIA Novosti - Berlusconi will Russland in Europäische Union aufnehmen
... Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat erklärt, er werde Anstrengungen unternehmen, damit Russland "in nächster Zeit" EU-Mitglied wird. ...
http://de.rian.ru/world/20081015/117757093.html



20. Oktober 2008
Spiegel Online - Lafontaine wünscht sich viele Bankmanager im Gefängnis
Josef Ackermann ist entsetzt - doch die Linke lässt nicht locker. Nachdem Präsidentschaftskandidat Peter Sodann den Deutsche-Bank-Chef ins Kittchen gewünscht hat, springt ihm jetzt Oskar Lafontaine bei: Der Linksparteichef fordert gleich auch "viele andere" hinter Schloss und Riegel.
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,585080,00.html
[Anmerkung und Hervorhebung initiative vernunft: Ein Politiker, der heute nicht mehr lebt, hatte genau dasselbe bereits am 10. Oktober 2008 gefordert. Lesen Sie selbst:


10. Oktober 2008
KLEINE ZEITUNG - Sein letztes Interview: Haider fordert eine Regierung der Einheit
Er fordert einen Sondergerichtshof für Wirtschaftsdelikte, einen neuen Konsumentenschutz und eine Regierung der Einheit. Jörg Haider über Krise, Wahlen und deren Folgen.

KLEINE ZEITUNG: Hochbezahlte Manager haben die Misere verursacht. Reichen die Möglichkeiten, sie zur Verantwortung zu ziehen?
HAIDER: Wer mit anvertrautem Geld leichtfertig umgeht, muss die Folgen spüren. Wir brauchen eine strengere Managementhaftung, eine Änderung des Strafrechts und einen Sondergerichtshof für Wirtschaftsdelikte. Manager, die über Grenzen gehen, müssen mit ihrem Vermögen haften. Die sind ja nicht arm, die haben gigantisch verdient. Auch ist die strafrechtliche Verantwortung klarzustellen, dann müssen sie eingesperrt werden.

http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/haider/1575885/index.do



Jörg Haider hat also, wie aus dem Interview mit der Kleinen Zeitung hervorgeht, deutliche Worte gebraucht in seiner Stellungnahme zur aktuellen Finanzkrise. Nur Stunden später wurde er in ein Geschehen verwickelt, das offiziell als "tragischer Selbstunfall" bezeichnet wurde:

http://news.orf.at/video/iptvpopup.html?zib_sonder_haider_tot_tag_edit2.wmv
http://nachrichten.t-online.de/c/16/49/73/16/16497316.html
http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-36045.html
http://info.kopp-verlag.de/news/beobachtungen-am-unfallort-von-joerg-h.html
http://info.kopp-verlag.de/news/ente-im-phaeton-kleid-medienfaelschungen-im-fall-haider.html
http://info.kopp-verlag.de/news/cherchez-le-camion-kollidierte-haider-fahrzeug-mit-lkw.html
http://info.kopp-verlag.de/news/haider-einaescherung-ist-vernichtung-von-beweismitteln.html ]


NZZ - Deutsche Regierung beschliesst strenge Auflagen für Banken
Wenn deutsche Banken das staatliche Rettungspaket nutzen, müssen sie die Gehälter ihrer Manager auf 500'000 Euro pro Jahr begrenzen. Dies bestimmt eine Rechtsverordnung, die das Bundeskabinett in Berlin am Montagmorgen beschlossen hat. Zudem soll den Instituten vorgeschrieben werden, keine Bonifikationen und freiwilligen Abfindungen an Manager zu zahlen, solange staatliche Hilfe fliesst. Auch Dividenden an Aktionäre dürfen in dieser Zeit nicht ausgeschüttet werden. ...
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/deutschland_rettungspaket_finanzmarktkrise_auflagen_1.1136073.html


19. Oktober 2008
Spiegel Online - DEUTSCHE-BANK-CHEF GEGEN "TATORT"-KOMMISSAR - Ackermann wehrt sich gegen Sodann-Kritik
Der ehemalige "Tatort"-Kommissar Sodann hatte vorige Woche in einem Interview erklärt, als echter Polizist würde er Ackermann verhaften. Darauf reagierte der Chef der Deutschen Bank jetzt in einem Interview in der "Bild am Sonntag". Es sei "ungeheuerlich, dass jemand so etwas sagt, der für das höchste Amt in einem Rechtsstaat kandidiert". Ackermann fügte hinzu: "Mir wird langsam Angst um dieses Land." Peter Sodann wurde vergangene Woche als Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen. ...
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,585023,00.html

Spiegel Online - US-BANKENCHAOS - FBI fehlen Agenten zur Jagd auf Finanzbetrüger
Schon 2004 hat das FBI das erste Mal vor der drohenden Hypothekenkrise gewarnt. Doch in Washington blitzte die US-Bundespolizei mit ihrer Bitte um mehr Mittel und Agenten ab - Priorität hatte die Terrorbekämpfung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,585003,00.html

Spiegel Online - USA und Europa planen Serie von Finanzgipfeln
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584999,00.html


18. Oktober 2008
infokrieg.tv - Führungsfiguren der EU fordern eine Weltwährung
Sarkozy, Gordon Brown und José Manuel Barroso wollen bei einem internationalen Gipfel eine "dringende Verbesserung der weltweiten Finanzarchitektur" diskutieren; d.h. durch ein neues Bretton Woods soll eine neue internationale Finanzordnung geschaffen werden. Sarkozy will am Samstag zu George W. Bush nach Washington reisen, um die Basis zu schaffen für eine Konferenz. ... Es sollte inzwischen offensichtlich sein, dass die ranghöchsten Banker die derzeitige Krise inszeniert haben um ihre Kontrolle über die globale Wirtschaft zu zementieren. All das Gerede über verantwortungslose Händler, Steuerparadiese und überbezahlte Manager soll nur den gewöhnlichen, ahnunglosen Bürger täuschen. ... Die herrschende Elite hatte lange zuvor entschieden, der Welt eine Weltwährung aufzuzwingen. Durch die Kontrolle über Geld kontrolliert man das Schicksal der Staaten. Wie der Professor der Universität Georgetown und CFR-Historiker Carroll Quigley betonte, sei das Ziel der Banker-Familien "nichts Geringeres als als ein Weltsystem der Finanzkontrolle in privaten Händen zu schaffen welches das politische System jedes Landes und die Wirtschaft der Welt als Ganzes dominieren kann". ... Die Elite hat sich die passende Krise wieder einmal selbst geschaffen und nun will sie eine Weltwährung und letztendlich ihre offizielle Weltregierung. ... Ein berühmtes Titelblatt der Zeitung The Economist von 1988 verdeutlicht dies: Ein Phoenix steht auf brennendem Papier, symbolisch für den Aufstieg aus der Asche der zerstörten, alten Währungen. Der Satz 'Macht euch bereit für eine Weltwährung' steht daneben. Der zugehörige Artikel mit der Überschrift "Macht euch bereit für den Phoenix" sagt dass "dreißig Jahre in der Zukunft die Amerikaner, Japaner, Europäer, die Bewohner von anderen reichen und manchen ärmeren Ländern für ihre Einkäufe mit derselben Währung bezahlen werden."
http://infokrieg.tv/eu_weltwaehrung_2008_10_18.html
[Hervorhebung initiative vernunft]

Spiegel Online - WALL-STREET-WAHNSINN - Krisenbanker gönnen sich 70-Milliarden-Belohnung
... Wie die britische Tageszeitung "The Guardian" recherchiert hat, verteilen alleine die Geldhäuser an der Wall Street noch einmal 70 Milliarden Dollar an ihr Spitzenpersonal, das meiste davon in diskreten zusätzlichen Bonuszahlungen. Die Manager belohnten sich damit für ein Geschäftsjahr, schreibt der "Guardian", in dem sie das globale Finanzsystem in die schlimmste Krise seit dem Börsencrash von 1929 führten. ... Nach Angaben des "Guardian" sind auch der Konkurrenz erstaunliche Beträge für Gehälter und Sonderzahlungen aufgelaufen: Bei Goldman Sachs 11,4 Milliarden, bei JP Morgan 6,53 Milliarden, bei Merrill Lynch allein im letzten Quartal 3,49 Milliarden, und selbst bei der Pleitebank Lehman Brothers waren noch 6,12 Milliarden für derartige Zahlungen reserviert. ...
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,584916,00.html


17. Oktober 2008
Tages-Anzeiger - UBS-Ehrenpräsident Senn: «Ospel ist der Hauptschuldige»
... Bei der Kontrolle des Investment-Banking-Geschäfts in den USA sei die Sorgfaltspflicht verletzt worden, sagte Niklaus Senn einem Interview mit Radio 1. Deshalb sollen Ospel und weitere Top-Banker ihren Bonus zurückzahlen, so Senn. Man hätte den Bonus gar nie auszahlen dürfen, meinte der UBS-Ehrenpräsident in dem Radiointerview wörtlich. ...
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/UBSEhrenpraesident-Senn-Ospel-ist-der-Hauptschuldige/story/28899951

HandelszeitungOnline - Buffett rät zu Kauf von US-Aktien: «Seid gierig!»
Der legendäre US-Investor Warren Buffett rät Kleinanlegern mitten in der schweren Finanzmarktkrise zum Kauf amerikanischer Aktien.
http://www.handelszeitung.ch/artikel/Finanz-SCC_Buffett-raet-zu-Kauf-von-US-Aktien-_Seid-gierig-_416060.html


16. Oktober 2008
NZZ - Die UBS beansprucht nun doch Staatshilfe
Der Bund lanciert ein Rettungspaket für die Grossbank
... «Die Verschlechterung an den Märkten und die zunehmende Verunsicherung hat uns dazu bewogen, den Risikoabbau noch stärker voranzutreiben», sagte Konzernchef Marcel Rohner an einer Telefon-Konferenz. Gemeinsam mit der Schweizerischen Nationalbank (SNB) habe nun eine Lösung gefunden werden können. Dank der SNB wird die UBS dabei ihre verbleibenden Altlasten aus der Subprime-Krise los, nachdem sie schon Abschreibungen in der Höhe von 45,4 Milliarden Franken vorgenommen hatte. ...
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/auch_die_schweiz_stuetzt_das_finanzsystem_1.1114119.html

HandelszeitungOnline - FINANZKRISE/Zweckgesellschaft mit fünf Mitgliedern und SNB-Vorsitz
... Die Zweckgesellschaft werde auf 8 Jahren angelegt sein, mit der Möglichkeit der Verlängerung auf bis zu 12 Jahre, sagte Jordan am Donnerstag in Bern. Sie werde ihren Sitz auf den Cayman Islands haben und mit 6 Mrd USD Aktienkapital ausgestattet sein. Da die Aktiven der Gesellschaft in Dollar denominiert sind, beschafft sich die SNB die Mittel über einen Franken-Dollar-Swap mit der amerikanischen Notenbank Fed. Anschliessend werde dieser Swap durch eine Refinanzierung am Markt abgelöst. ...
http://www.handelszeitung.ch/artikel/Unternehmen-AWP_FINANZKRISE_Zweckgesellschaft-mit-fuenf-Mitgliedern-und-SNB-Vorsitz_415461.html

FINCIAL TIMES DEUTSCHLAND - Staatsbankrott - Island zahlt nicht mehr
Die verstaatlichte Glitnir-Bank kann eine fällige Millionenanleihe nicht zurückzahlen. Die Bemühungen des kleinen Inselstaates um frisches Geld waren bislang vergebens - das Land ist de facto zahlungsunfähig.
http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/anleihen_devisen/:Staatsbankrott-Island-zahlt-nicht-mehr/427188.html

13. Oktober 2008
FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND - Geheime Gespräche - Bankrottes Island bittet EU um Hilfe
Island hat in seiner Finanznot bei der Europäischen Union vorgefühlt, ob diese dem fast bankrotten Staat aus der Krise helfen könnte. Zudem scheinen die Nordeuropäer mit einer Mitgliedschaft in der Union zu liebäugeln.
http://www.ftd.de/politik/international/:Geheime-Gespr%E4che-Bankrottes-Island-bittet-EU-um-Hilfe/425305.html



13. Oktober 2008
infokrieg.tv - Bilderberger Gordon Brown: Benutzt diese Krise um eine neue Weltfinanzordnung zu schaffen
... "Manchmal ist eine Krise notwendig damit Leute übereinstimmen, dass das was offensichtlich ist und man vor Jahren hätte tun sollen, nicht länger aufgeschoben werden kann" ... "Diese Krise demonstriert zweifellos, dass ein globaler Kapitalmarkt viel stärkere globale Kooperation und Übersicht benötigt. Und wir müssen sicherstellen, dass wir ein effektives globales Frühwarnsystem haben das uns auf allen Kontinenten über wirtschaftliche und finanzielle Risiken alarmiert." ... "zu sehr vernebelt durch Undurchsichtigkeit, Interessenkonflikte, unverantwortliches Eingehen von Risiken und wenn Probleme auftreten, tendieren Länder dazu, in sich hineinzusehen und mit jenen isoliert umzugehen während es deutlich ist, dass sie nach außen blicken sollten und an einer internationalen Kooperation teilnehmen sollten." "Wir schlagen ein Treffen der Weltführer vor, bei dem wir uns einigen müssen auf die Prinzipien und Regulierungen für die Restrukturierung des Finanzsystems auf dem gesamten Globus"
http://infokrieg.tv/brown_weltfinanzordnung_2008_10_14.html


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Das bringt der Zeitpunkt 104

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