> Die Taufe unserer Tochter – Begegnung mit Tenga Rinpoche

initiative vernunft Impuls-Beitrag Nr. 24


> Die Taufe unserer Tochter – Begegnung mit Tenga Rinpoche
J-vA

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A ls unsere Tochter geboren wurde, stellte sich bald die Frage nach der Taufe. Wir haben beide einen starken Glauben, jedoch kein besonders gutes Verhältnis zu den kirchlichen Vertretern und Ihrer Dogmen in dieser Welt. Ich bin seit etwa zwanzig Jahren aus der reformierten Kirche ausgetreten. Meine Frau ist geschiedene Katholikin und stammt aus Süditalien. Wir hatten uns aber entschieden, dass wir unsere Tochter weder katholisch noch protestantisch taufen wollten, obschon dies natürlich für unsere Eltern normal gewesen wäre. Unsere Tochter sollte sich später selber entscheiden können, welcher Kirche sie angehören will. Meiner Frau war es aber sehr wichtig, dass unsere Tochter jetzt bereits gesegnet sei.

Durch unsere Arbeit kamen wir unabhängig voneinander in Kontakt mit dem Buddhismus. Sie während der TCM-Ausbildung, und ich durch meine Arbeit beim Film. Als ich den Film „das Wissen vom Heilen“ vertonte und das ganze Tonmaterial durchhörte, hatten mich die Mantras der Nonnen und Mönche dermassen stark berührt, dass ich mich entschloss, eine CD zu produzieren, ohne dass ich genaues über die Zusammenhänge des Buddhismus wusste. Jahre später vertonte ich zwei Filme über den vietnamesischen Mönch Thich Nhat Hanh. Ich sah ihn in Zürich und nahm mit ihm an einer seiner „Gehmediationen“ teil. Wieder berührte mich das, was ich hörte, sehr stark. Als mich dann meine Frau vor zwei Jahren fragte, ob ich an einer „Medizin Buddha Retreat“ teilnehmen wollte, sagte ich interessiert zu. Aus dieser Woche, die von Claude Diolosa geleitet wurde, ging ich aufgewühlt wieder in meine Arbeitswelt zurück.

Der Buddhismus beruft sich nicht auf eine Offenbarung, an die man glauben muss, und die von auserwählten weltlichen Vertretern gepredigt wird, sondern auf Erfahrungen. Insgesamt ist der Buddhismus im Laufe der Geschichte friedlicher als alle anderen Religionen geblieben. Kreuzzüge etwa, Hexenverbrennungen, Folter gegen Andersdenkende – sprich: Ungläubige – hat es in dieser Glaubensgemeinschaft nie gegeben. Der Buddhismus kennt weder Himmel noch Hölle. Er verspricht nichts, sondern strebt Erlösung durch Selbsterkenntnis an. Kurz; der Buddhismus ist friedfertig und undogmatisch. Es geht in der buddhistischen Praxis nicht darum, etwas Besonderes zu erhalten (z. B. »heilige« Fähigkeiten), sondern die Anhaftung an die eigenen Wünsche und Begierden zu verlieren. Denn diese sind es, die Leid erzeugen. Nur wer das ständige Kreisen um das eigene Ego aufgibt – im christlichen Glauben etwa: Wer den Nächsten so liebt, wie sich selbst –, kann sich als Teil eines grossen Ganzen begreifen, das den Tod überdauert. Im Gegensatz zu anderen Religionen geht es im Buddhismus darum, sich selber anzuschauen, die eigenen Denkmuster zu erkennen und “ihre Leerheit”, wie es im Buddhismus heisst, zu erfassen. Dazu ist sicher eine regelmässige Meditationspraxis notwendig.

Gerade die Ängste die wir von unseren Eltern und auch anderen Menschen gehört und gespürt hatten, sind kein Bestandteil dieser Weltanschauung. Buddhismus ist keine Sekte und lässt Ihre Anhänger vollkommen frei. Es gibt keine Verpflichtungen, keine finanziellen Abhängigkeiten. Wer kommt, ist willkommen und wird ohne Bewertung angenommen. Selten habe ich mich in meiner Art so frei und unabhängig gefühlt wie an den wenigen Buddhistischen Anlässen, an welchen ich teilgenommen habe. Diese grosse Liebe und Freiheit, die einem entgegenkommt, ist etwas seltenes in unserer Gesellschaft.

Der Gedanke, unsere Tochter buddhistisch segnen zu lassen, war eines Tages da. Claude Diolosa und ein uns nahe stehender Therapeut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erzählte uns von Tenga Rinpoche, einem buddhistischen Heiligen und Lehrer, der regelmässig Europa bereist und Belehrungen erteilt.

Tenga Rinpoche weilte diesen Juli 2008 für Belehrungen im Benchen Zentrum in Belgien. Wir entschieden uns, ihn um seinen Segen zu bitten. Ich fragte ihn um eine solche Möglichkeit im Zentrum nach. Man teilte uns umgehend mit, dass dies kein Problem sei, und dass wir willkommen seien. Vollkommen unkompliziert. Wir fanden ein Hotel in der Nähe. Unser Freund, der TCM-Therapeut wollte uns begleiten, weil er selber um einen Segen für eines seiner Heilmantras bitten wollte und andererseits, weil sich die Reise dadurch für uns alle finanziell leichter gestaltete. Die Reise war recht einfach und wir kamen noch am gleichen Abend an.

Was mir auffiel war die grosse Herzlichkeit, mit der sich die unterschiedlichen Menschen aus vielen Ländern, die durch den Buddhismus verbunden sind, gegenseitig begegnen, obschon sich viele ganz offensichtlich noch nie gesehen hatten. Wir hatten sofort das Gefühl, dazu zu gehören, in einer grossen Familie zu sein.

Am Morgen folgten wir einer Belehrung im grossen Raum, der sehr farbenprächtig geschmückt war. Die Mönche, die den Rinpoche auf seiner Reise begleiteten, sassen vorne links und die beiden Übersetzter von uns aus gesehen rechts vom Rinpoche. Alles wurde ins Deutsche und Englische übersetzt und man konnte sehr gut spüren, dass die Übersetzer selber eine nahe Beziehung und sehr viel Wissen über den Buddhismus besassen. Ich muss gestehen, dass ich zuwenig vom Buddhismus und der Materie der Belehrungen verstand. Ich war aber mehrmals von Emotionen überwältigt, die im Raum waren und die die grosse Liebe und das Verständnis, das gelehrt wurde, ausdrückten. Ohne ersichtlichen Grund hatte ich mehrmals Tränen in den Augen.

Das Essen war vegetarisch und sehr schmackhaft, Vorspeise, Nachspeise und Getränke soviel man wollte. Nach dem Essen hatten wir unsere Begegnung mit dem Rinpoche. Wir warteten eine Weile, da er mit seinem Gefolge seinen täglichen Spaziergang im Garten und bei den Teilnehmern unternahm. Wir warteten mit je einem weissen Schal, dem Kata, der als Begrüssungsgeschenk übergeben wird, und mit dem man Gefühle des Glücks und der Anteilnahme ausdrücken will. Als Tenga Rinpoche unmittelbar an uns vorbeiging, um sich in dem Raum zu begeben, in dem er die Menschen empfing, erfasste mich ein starkes Gefühl. Eine Mischung aus Emotionen und grossem Respekt. Eine Welle von Wärme durchströmte mich und ich wusste nicht, ob ich die Augen schliessen, oder einfach offen halten sollte. Mir sind Respektsbezeugungen zu Meistern fremd, da ich in meinem Leben nicht viele kennen gelernt hatte.

Als man uns kurze Zeit später rief, stieg die Spannung stark an. Tenga Rinpoche sass etwas erhöht auf Kissen in einem schön geschmückten Raum. Der Übersetzer sass zu seinen Füssen. Ich folgte dem Beispiel unseres Freundes und meiner Frau und begab mich als letzter zu Tenga Rinpoche, welcher mir den weissen Schal umlegte und mich segnete. Nun entstand eine sehr ruhige und vertraute Atmosphäre, so als ob man sich schon lange kennt, eine Vertrautheit wie unter alten Freunden, nur die Verschiedenheit der Sprachen stand zwischen uns, welche wir dank dem Übersetzer überwinden konnten. Dann konnten wir unsere Fragen stellen und unsere Wünsche vorbringen. Alina wurde gesegnet, wir erhielten Amulette und kleine, gesegnete Geschenke. Kurze Zeit später hatten wir den Raum wieder verlassen.

Das Leben geht weiter wie vorher, aber etwas hat sich verändert. Mir fehlen die Worte, um das zu beschreiben, was in mir vorgegangen ist und heute noch nachwirkt. Es ist wie eine kleine Drehung meiner Seele. Ein starkes Glücksgefühl, Ergriffenheit, Respekt und Freude... Ich fühle, wie ich auch jetzt nach Worten suche.

In mir ist mehr Lebensfreude, mehr Mut und Vertrauen die gerade schwierige Zeit zu meistern. Meine Augen sind offener für das Schöne und das Gute.

Jeden Tag habe ich Momente des Glückes und mehr Kraft zu sagen: „Auch das geht vorbei“.

Das Mantra des Medizinbuddhas begleitet mich nun in meinen Meditationen: TEYA TA OM BEKAZE BEKAZE MAHA BEKAZE RAZA SAMUN GATE SOHA.

Ich danke meiner Tochter für diesen Schritt, den ich dank ihr machen durfte.

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Tenga Rinpoche

Tenga Rinpoche wurde 1932 in Ost-Tibet (Kham) geboren, schon früh als Inkarnation eines spirituellen Meisters anerkannt und im Kloster Benchen inthronisiert. Dort erhielt er eine hervorragende, traditionelle buddhistische Ausbildung in Philosophie, Meditation, Ritualen und meditativer Rückziehung und wirkte später als Lehrer. Er ist Meister aller religiösen Künste wie Musik, Tanz, Ritual, das Herstellen von Tormas, Bauen von Mandalas, Stupas etc. In Rumtek erhielt er den Titel: Dorje Lopön, Vajrameister. In jungen Jahren studierte er ausserdem Medizin von seinem Onkel der sowohl Lama als auch Arzt war. Rinpoche zählt zu den wenigen Lamas, die die gesamten Belehrungen und Einweihungen der Kagyü-Tradition halten.

Nach der Flucht aus Tibet 1959 liess er sich im Kloster Rumtek (Sikkim, Indien), dem Hauptsitz des 16. Karmapa im Exil nieder. 17 Jahre lang diente er S. H. Karmapa und der Linie, u. a. als Dorje Lopön, als Ritualmeister des Klosters.

Seit 1976 lebt Rinpoche in Kathmandu, Nepal, wo er das Benchen-Kloster und ein Retreatzentrum in der Nähe von Parping aufgebaut hat. Rinpoche bereist seit über zwanzig Jahren die westlichen Dharmazentren, wo er zahlreiche Schüler betreut und gründete zudem 1999 das Zentrum Benchen Phuntsok Ling in Belgien.

http://benchen.org/ und http://maitreya.at/Seminare/Tenga-Rinpoche/

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