> Gott – Geheimnis des Lebens

initiative vernunft Beitrag Nr. 25
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> Gott – Geheimnis des Lebens
Sonja-G


W ir wenden uns zu Beginn dieses Jahres Gott zu. Gott als Geheimnis des Lebens. Im Kirchenjahr heisst die Zeit nach Jahresbeginn Epiphania: Erscheinung Gottes in dieser Welt. Deshalb will ich mit Ihnen darüber nachdenken, wie denn Gott in unserer Welt erschienen ist.

Von Weisheit aber reden wir im Kreis der Vollkommenen – jedoch nicht von der Weisheit dieser Weltzeit noch der Herrscher dieser Weltzeit, die zunichte werden. Wir reden vielmehr von der Weisheit Gottes, der verborgenen, so wie man von einem Geheimnis redet; diese hat Gott vor aller Zeit zu unserer Verherrlichung bestimmt. Sie hat keiner der Herrscher dieser Weltzeit je erkannt, denn hätten sie sie erkannt, hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt. Vielmehr verkündigen wir, wie geschrieben steht,

was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat
und was in keines Menschen Herz aufgestiegen ist,
was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.

Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; der Geist nämlich ergründet alles, auch die Tiefen Gottes. Denn wer unter den Menschen kennt das Wesen des Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch das Wesen Gottes niemand erkannt ausser der Geist Gottes. Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der von Gott kommt, damit wir verstehen, was uns von Gott geschenkt worden ist.

1. Kor. 2.6-12



Paulus ist sich bewusst, dass es für Menschen gar nicht einfach ist, Gott zu erkennen oder zu verstehen. Mit unserem Denken, das an dieser sicht- und messbaren Welt geschult worden ist, können wir Gott nicht erkennen. Es braucht schon eine Offenbarung, um etwas von Gott zu erkennen. Allein der göttliche Geist weiss, was in Gott lebt. Er erforscht selbst die Tiefen Gottes. – Gott – ein Geheimnis. Aber nicht nur Gott ist ein Geheimnis. Paulus spricht davon, dass auch der Mensch, der ja nach biblischem Verständnis ein Ebenbild Gottes ist, ein Geheimnis ist. Was an Ideen, Sehnsüchten, Abgründen und Beweggründen – was an Liebe und an zerbrochenem Leben in jedem einzelnen lebt, bleibt uns weitgehend verborgen. Wir kennen sogar uns selber immer nur zu einem Teil. Ein grosser Teil unseres Schicksals und unserer innerer Regungen bleibt uns selber verborgen. – Paulus hat dem menschlichen Geist allerdings viel zugetraut. Er traut ihm zu, den Menschen zu erkennen:

Denn wer unter den Menschen kennt das Wesen des Menschen, wenn nicht der Geist des Menschen, der in ihm ist? So hat auch das Wesen Gottes niemand erkannt ausser der Geist Gottes. –


Leben aus der Lebenskraft Gottes und Gott in der Schöpfung erkennen

Die Realität Gottes ist für uns Menschen nicht leicht zu erfassen. Man kann Gott nicht mit Messinstrumenten und wissenschaftlichen Methoden einfangen. Er entzieht sich jeglicher Methodik. – Es gilt auch, all die naiven Gottesbilder von einem bärtigen Mann im Himmel hinter sich zu lassen. Stellen Sie sich vor: Es hat tatsächlich einen russischen Astronauten gegeben – seinen Namen weiss ich nicht mehr – der soll nach seinem Weltraumflug gesagt haben: Ich glaube auch nach meinem Weltraumflug nicht an Gott – denn ich bin ihm da oben im Weltall nirgends begegnet. Ich habe Gott dort oben nicht gesehen. – Wer Gott hier unten auf der Erde – und vor allem: Wer Gott in seiner Schöpfung und in sich selber nicht erkennt – der wird ihn auch im Weltraum nicht finden. –

Ist es nicht auch denkbar, dass ein Astronaut, wenn er all die Sterne und Galaxien sieht, wenn er den unermesslichen Raum des Weltalls vor sich sieht, darin den weiten und schöpferischen Gott erahnt? Dass die Planeten und Galaxien in ihm die Intuition wecken, dass es eine ordnende und ungeheuer starke Kraft geben muss, die dies alles hervorgebracht hat?

Ich erinnere mich noch gut an eine Begegnung vor rund 20 Jahren. Ich war mit einer christlichen Gruppe in die Toskana gefahren. Im Bus sagte ein 25-jähriger Mann zu mir: Ich glaube an Wunder – denn ich bin selber eines. – Ich schaute ihn damals verständnislos an. Er – ein Wunder? War er denn ein aussergewöhnlicher Mensch, der etwas Übernatürliches erlebt hatte? – Eine spezielle Heilung vielleicht? – Heute verstehe ich, was er meinte. Auch als ganz gewöhnlicher Mensch ist jeder und jede ein Wunder. – Wie weiss z. B. jede unserer Zellen, wie sie sich ausgestalten soll? Jedem Menschen und jedem Tier liegt ein unsichtbarer, auch für Neurowissenschafter letztlich unbegreiflicher Bauplan zugrunde. Ein Wunder. Jede und jeder ist ein Wunder, das auf die unsichtbare, ordnende Kraft hinter diesem Wunder hinweist: Auf den unbegreiflichen, unfassbaren, unsichtbaren Gott. – Im Geheimnis jedes Menschen, jedes Tieres, jeder Pflanze werden wir verwiesen auf das Geheimnis und die unfassbare Lebenskraft, die ihm zugrunde liegt: auf Gott. Der Psalmist, der den ersten Psalm gedichtet hat, weiss, dass der Mensch aus Gottes Kraft lebt. Ich lese Ihnen eine neue Übersetzung aus der Bibel in gerechter Sprache:


Glücklich sind die Frau, der Mann, die nicht nach den Machenschaften der Mächtigen gehen, nicht auf dem Weg der Gottlosen stehen noch zwischen Gewissenlosen sitzen, sondern ihre Lust haben an der Weisung Gottes, diese Weisung murmeln Tag und Nacht.

Wie Bäume werden sie sein – gepflanzt an Wasserläufen, die ihre Frucht bringen zu ihrer Zeit, und ihr Laub welkt nicht.

Was immer sie anfangen, es führt zum Ziel.

Ps 1,1-3


Wer weiss, dass er aus dem tiefen Geheimnis Gottes lebt, der wird wahrscheinlich mit sich selber und mit andern Menschen behutsam umgehen. Der wird den Wert jedes Menschen und Tieres erkennen. Der wird erkennen: Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Alles, was uns umgibt ist uns geschenkt. Meine Zeit – mein irdisches Dasein – meine Mitmenschen – die ganze Umwelt: Alles ist ein Geschenk von Gott.

Der unsichtbare Gott tritt immer wieder in seiner Schöpfung hervor. In den Wundern der Natur kommt auch die Grösse und das Geheimnis Gottes zum Ausdruck.


Gott in Christus begegnen

Wie kommt Gott in unser Bewusstsein? Wie kommt er in unsere Welt? – Ich denke, die meisten Menschen können seine Stimme nicht so klar hören, wie die Stimme des Radiosprechers morgens um 7 Uhr – die meisten Menschen können Gott nicht so klar erkennen, wie den Mitmenschen, der gerade mit ihnen redet. – Wobei wir wahrscheinlich auch einander nie so klar erkennen, wir wir meinen. Und doch wollen viele Menschen etwas mit Gott zu tun haben. Wollen, dass er ihnen hilft. Dass er ihnen Halt schenkt, in ihrem unsicheren Dasein. – Wie können wir Gott erkennen?

Als Christen glauben wir, dass wir an dem, was Christus gesagt und getan hat, erkennen können, wie Gott ist. Vor kurzem haben wir Weihnachten gefeiert – mit Weihnachten feiern wir auch die Selbstoffenbarung Gottes in Jesus Christus.

Jesus hat aufmerksam für den Moment gelebt. Auch wenn er bei seinen Wanderungen ein Ziel hatte, hat er sich Zeit genommen für die Menschen, die ihm unterwegs begegnet sind, und die mit ihren Nöten zu ihm kamen. Er hat sich den Menschen in liebender, ungeteilter Aufmerksamkeit zugewandt. Dabei ist er ganz im Einklang mit sich selber und seinem Auftrag gewesen – kein ausgebrannter, gestresster Mensch. Ob es Kinder, Alte, Kranke, Resignierte waren, ob bitter Arme oder unglückliche Reiche – er konnte seine eigene Welt verlassen und sich in die Welt seines Gegenübers hinein begeben. Er konnte jedem, der zu ihm kam, vermitteln: „Ich bin für dich da, ganz.“ Dabei hat Jesus auch seine menschlichen Grenzen gespürt, sich immer wieder an einsame Orte zurückgezogen, um sich zu regenerieren.

Der Geist Gottes lässt uns achtsam sein mit andern – aber auch mit uns selbst. Und der heilige Geist hilft uns, die Menschen um uns herum genau wahrzunehmen. Uns in ihre Welt hinein zu versetzen und ein Stück Weg mit ihnen zu gehen. Dadurch gewinnen wir selber an Weite und die Welt in uns wird bereichert und vertieft.

Jesus hat Missstände beim Namen genannt. So hat er die peinliche Einhaltung von religiösen Gesetzen kritisiert, wenn dabei der Mensch aus dem Blick geriet. Er hat sich für wahre Mitmenschlichkeit eingesetzt. Jesus zeigt uns einen Gott, der sich um die Menschen kümmert, die vom Leben benachteiligt worden sind. Um Kranke, Schwache, Arme, von der Gesellschaft Ausgestossene. Keiner zu weit unten, um nicht von diesem Gott beachtet und zum Teil sogar geheilt zu werden. Keiner zu weit unten, um nicht ermutigt zu werden zu einem neuen Leben in der Nähe zu Gott. Zu einem Leben mit neuen Möglichkeiten. Er war dagegen, dass Menschen einander verurteilen, weil doch jeder eigene Fehler macht. Jesus war kein Duckmäuser. Er ist seinen Weg geradlinig gegangen – ohne lähmende Angst.

Gottes Geist ist ein Geist des Mutes und der Gerechtigkeit. Es braucht Mut, sich für etwas oder für jemanden einzusetzen und Unrecht beim Namen zu nennen. Sei es in der Politik oder in privaten Beziehungen. Wenn uns eine Sache wirklich ein Herzensanliegen ist, dann lohnt es sich, dafür zu kämpfen – auch wenn wir dadurch Unangenehmes, vielleicht sogar Anfeindungen von Menschen in Kauf nehmen müssen. Jesus hat gezeigt, dass Gott sich auf die Seite der Menschen stellt, die Hilfe nötig haben. Es geht darum, dass jede und jeder das erhält, was er oder sie zum Leben braucht. Menschen sollen in würdigen Verhältnissen leben können. Sie sollen ihre Möglichkeiten entfalten können.

Jesus hat aus einem tiefen Vertrauen zu Gott, den er seinen Vater nannte, gelebt. Er hat sich auch in hektischen Situationen zurückgezogen, um im Gebet mit Gott zu reden und daraus Klarheit für seinen Weg und neue Kraft zu bekommen. Wenn er in argen Schwierigkeiten war, hat er sein Herz vor Gott ausgeschüttet – so zum Beispiel im Garten Gethsemane, kurz vor seiner Ermordung. Er hat sich in seinem Leben von Gott führen lassen – von ihm erfahren, was seine Aufgabe war. Er hat sich um materielle Güter keine Sorgen gemacht, wenig Zeit dafür aufgewendet. Auch den Menschen hat er empfohlen, sich nicht darum zu sorgen, was sie essen und anziehen sollen. Er hat sie dazu ermutigt, Gott zu vertrauen, dass er ihnen alles geben wird, was sie zum Leben brauchen. Jesus hat sich bis zuletzt an seinen Vater gewandt, sogar in der Stunde seines Sterbens.

Gottes Geist in ein Geist des Vertrauens. Gott vertrauen, dass er mein Leben in seinen Händen hält und mich auf einem lohnenswerten Weg zu meiner eigenen Reifung begleitet. Ich entscheide nicht allein über Misslingen oder Gelingen meines Lebens. Vieles kann ich mir nur schenken lassen.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie im kommenden Jahr auch immer wieder erfahren und erkennen dürfen, dass Sie von Gott begleitet sind. Dass Sie sich ihm, dem Geheimnis des Lebens, immer wieder nähern können und ihr Leben durch ihn einen geheimnisvollen Glanz und Sinn bekommt.

Amen.

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