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initiative vernunft Impuls-Beitrag Nr. 33

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> Bewusstsein
Von Jürgen M.



Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.

Rainer Maria Rilke


W arum beschäftige ich mich mit dem Thema Bewusstsein? Alles was ich fühle, höre, sehe, tue, denke, spreche, usw. erfahre ich mittels meines Bewusstseins oder besser ausgedrückt: — als Bewusstsein; oder noch besser ausgedrückt: als eine Bewusstseinseinheit, Mensch genannt. Wäre ich keine Bewusstseinseinheit, so wäre ich kein Mensch, in meinem Selbstverständnis. Das Minimum an Selbstverständnis ist, dass ich mich als existierende, fühlende, lebendige Einheit erkenne.

Der Mensch ist keine starr fixierte „materielle“ Einheit, sondern ein höchst dynamisches (veränderliches), biologisch-mentales, offenes System: lebend genannt. Er ist eingebettet in andere lebendige Systeme (einschliesslich aller Ökologie dieser Erde), ohne die er als Einzelwesen nicht existieren könnte und würde.

Er ist unter anderem, aber besonders, eingebettet in die soziale Umgebung anderer Menschen, die ihn „versorgen“ (physikalisch und mental). Die lebendige Einheit Mensch lässt sich nicht mit mathematisch, physikalischen Begriffen beschreiben. Dies wäre allenfalls eine idealistisch, formalistische Teilbeschreibung, die der wahrgenommenen Gesamtrealität „Bewusstseinseinheit“ nicht gerecht wird.

Die biologischen, mentalen und geistigen Aspekte des Menschen sind, vor allem in ihrem Zusammenspiel, weitgehend durch die Naturwissenschaft unerforscht. Es kann begründet angenommen werden, dass mentale Aspekte des Menschen in Dimensionen existieren, die mit physikalischen Mitteln derzeit nicht nachweisbar sind, aber ganz fundamental die Existenz des Menschen bedingen. Die fehlende Nachweisbarkeit liegt im Konzept der Naturwissenschaft (sowie wir sie heute verstehen und anwenden) selber begründet. Dies wird sich ändern, sobald dies durch die Wissenschaftstheorie erkannt wird.

Jede Bewusstseinseinheit (auch nichtmenschlich) ist immer in einem, hier nicht genauer bestimmten, Zustand der Bewusstheit (als geistigem Zustand des Erkennens seiner Umwelt und sich selbst) und damit in einer eigenen „Welt“. In meinem Verständnis von Bewusstheit sind die sogenannten „unbewussten“ Dinge (Freud) enthalten. Die intrinsische „Welt“ (das „Innen“) im Gesamten IST dasjenige, was wir als Summe aller wahrgenommenen Bewusstheit und Unbewusstheit erfahren! Die Bewusstheit ist jedoch nicht zu verwechseln mit dem Begriff des „Bewusstseins“, so wie ich ihn hier verstanden haben will. Bewusstsein als Begriff ist uns nicht fassbar, weil uns das Vokabular fehlt. Ich bin überzeugt, dass „Bewusstsein“ viel mehr umfasst als wir wissen.

Zurück zum Alltag: Egal, ob Sie Auto fahren, Arbeit suchen, Wäsche waschen, Vokabeln lernen, Bilder malen, nachdenken, lesen, träumen oder was auch immer Sie tun: Ohne Sie als Bewusstseinseinheit IN einer Bewusstheit oder in unbewussten Automatismen (z. B. beim Autofahren und sich gleichzeitig Unterhalten) wäre Ihnen nichts möglich oder besser ausgedrückt: Ohne Sie gäbe es für Sie keinerlei persönliches oder sonstiges Erleben. — Es gibt scheinbar, offensichtlich keine Alternative. Wir erleben Bewusstsein als konkrete Bewusstheit (inklusive der unbewussten Teile), die wir auch hier „Mensch“ nennen können.

Doch diese Beschreibung scheint eine solch grosse Trivialität zu sein, dass sie mich ungeheuer verblüfft. — Sind „Realität“ und „Bewusstsein“ identisch? — Oder sind beide Begriffe nicht mehr als leere Worthülsen?

Auf den ersten Blick scheint es sich um eine Art Tautologie oder Unsinn zu handeln: „Ohne mich könnte ich nichts erleben“. Könnte ich behaupten: Die Welt insgesamt würde nicht existieren, wenn es keine Bewusstseinseinheit(en) gäbe, die sie „erdacht“ hätte(n). „Am Anfang war das Wort (Logos) ...“ ... ? Schrödinger, ein berühmter Physiker, soll behauptet haben, dass der Mond nicht existieren würde, wenn niemand hinsähe. Was er damit meinte, ist sehr tiefgründig und führt in bisher kaum verstandene Bereiche der Quantenphysik. Andererseits sagt uns der Verstand: Was nicht da ist, lässt sich auch nicht als existent beweisen.

Bei diesen Überlegungen gibt es also einige gewaltige Haken. An erster Stelle die Frage: Wer ist der „Ich“, der hier schreibt? Bin ich nur das, was Psychologen als „Ego“ bezeichnen ... Name, Geschichte, Ansichten, Vorlieben, usw.? Eine Art mentale Vorstellung, also ein BILD meiner selbst, ja, eine kurzweilige Ansammlung von Bildern, Texten, Tönen, usw ... Und dies alles verlischt für immer, wenn der Körper, der ja auch als Träger des Gehirns und damit des Bewusstseins zählt, stirbt? Bin ich eine Art RAM, wie sie in Computern als Arbeitsspeicher genutzt werden, und wenn der Strom fehlt, ist alles „weg“?

Oder/und ... „existiere ich“ (in ganz anderer „Existenz“, da wo Zeit und Raum bedeutungslos sind, noch nicht existierten, z. B. vor dem „Big Bang“, oder andere Bedeutungen haben, da passt das Wort Existenz nicht mehr) darüber hinaus (!) als geistige, unsterbliche (in körperlichem Sinne) Entität (Einheit), dessen körperliche Geschichte (die irdische „Persona“), einschliesslich der gesamten damit in Zusammenhang stehenden mineralischen, tierischen, biologischen, kognitiven, sozialen, usw. Entwicklung auf Erden in der Vergangenheit, von den ersten Sonne-Licht-Strahlen aus denen sich die Materie kondensierte, bis zum Menschen als Spezies und dem spezifischen Menschen, der sich nun als „Ich“ identifiziert, und damit eine der möglichen, nun gewählten Realisationen im Wahrscheinlichkeitsfeld der Realitäten war?

Und nach der Beendigung dieser einen Realisation folgt die nächste, hier auf Erden oder auf anderen Planeten oder Sonnen, in anderen Zeiten und wo auch immer, nacheinander oder parallel, gleichzeitig oder in zeitlichen Schleifen. Dies geschieht solange, bis die „geistige Entität“ nicht nur WEISS (Baum der Erkenntnis) wer sie IST oder NICHT-IST, sondern auch erfahren hat, was sie weiss. Die Erfahrung IST die Realisation. Erst die Erfahrung macht das Wissen REAL.

Sie selber (und alle verbundenen Entitäten) entscheidet immer wieder neu, was als nächstes geschehen wird, was und wo sie sein wird. Im Moment nach der Entscheidung ist die Wahrscheinlichkeit der Realisation 100 Prozent. Vor der Entscheidung ist die Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 99 Prozent. Jeder Schritt, jedes Wort, jeder Gedanke, jede Tat oder Nicht-Tat jeder Entität verändert die Wahrscheinlichkeit einer Realisation oder Nicht-Realisation. Alle Entitäten wirken zusammen.

Dies klingt äuserst seltsam, ist jedoch denkbar und wird auch von ernsthaft forschenden Mathematikern und Physikern, wie Burkhard Heim, in Betracht gezogen. Sie werden jedoch öffentlich nicht ernst genommen, weil wenige Physiker den Mut und die Fähigkeit haben, dieses mathematische und logische Gedankenexperiment öffentlich zu überprüfen und zu beurteilen.

Diese und viele andere Fragen und Beobachtungen sind meines Erachtens Grund genug, das „Thema Bewusstsein“ sehr genau anzuschauen. Ich persönlich halte es für das wichtigste Thema des Menschen überhaupt. Alles was der Mensch je tat und tun wird entspringt seinem Bewusstsein, oder besser ausgedrückt: Die jetzige und zukünftige „Welt“ entfaltet der Mensch in sich selber. Wäre die Welt nicht „in ihm“ (wo immer dies ist), gäbe es sie nicht.

Und das wäre doch ungeheuer kreativ! Warum darüber jetzt (zu allen Zeiten) schreiben und nachdenken, da ja doch „alles nicht beweisbar und damit Quatsch ist“?

Gedanken (geschriebene Texte) sind, neben Gefühlen und vielen anderen Vorgängen, nur ein kleiner Teil des Bewusstseins. Es ist der konzeptionelle Teil. Das Bewusstsein, das ich meine und das mich brennend interessiert, ist viel grösser und umfassender. Es ist der Hintergrund, die Basis, die Leinwand all dessen, was wir an sichtbaren Phänomenen des Bewusstseins kennen. Literatur, Kunst, Wissenschaft, Krieg und Wahnsinn sind durch das Bewusstsein des Menschen erzeugt worden, seine Produkte, und nicht es selber, es sei denn, es identifiziert sich mit seinen eigenen Produkten, und wird dadurch „leer“, da ohne Bestand, ohne Herkunft und ohne Zukunft. Die buddhistische Position befriedigt nicht.

Einige nennen Bewusstsein „Geist“, andere „Seele“. All dies sind nur Worte und Worte sind nur Symbole. Sie deuten auf etwas hin. Sie sind nicht die Dinge selber. - Doch wie erlangen wir Zugang zur Quelle des Bewusstseins selbst? Durch die Magie der Malerei, der „Kunst“? Die Wissenschaft?

Und so betrachtet eine Bewusstseinsforscherin die Beziehung zwischen Bewusstsein und Raum:


Da die Emergenz des Bewusstseins eine Tatsache ist, muss die Materie im Raum über Eigenschaften verfügen, die sich unserem üblichen Verständnis entziehen, denn sonst hätte etwas räumlich derartig Anormales wie Bewusstsein nicht entstehen können. Auf irgendeine Weise kann das Unausgedehnte von der Materie im Raum ausgehen, und dies muss von Eigenschaften der Basis abhängen, die eine solche Ableitung zulassen.

Von Collin McGinn (Philosophin) in „Bewusstsein und Raum“ im Sammelband „Bewusstsein“,
von Prof. Thomas Metzinger, Universität Mainz, Verlag F. Schöningh, Paderborn, 2. Auflage 1996.

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