Anne's ZeitZeichen Nr. 6 — Über den Umgang mit Viren und Bakterien
Anne's ZeitZeichen Nr. 6
11. November 2009
Über den Umgang mit Viren und Bakterien
“Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar!” Die Menschen haben vor lauter unnötigem Kram den Blick für das Wesentliche verloren. Jeder muss jedoch für sich selber den richtigen Weg finden. Es gibt aber Unwissende, die den Weg nicht mal dann sehen, wenn sie darüber fliegen, denen wünsche ich die “Erleuchtung”!
— Antoine de Saint-Exupéry
Mitte der 1950er Jahre begannen sich bei Howard Hughes immer seltsamere Persönlichkeitszüge bemerkbar zu machen, unter anderem eine paranoide Angst vor Bakterien, die dazu führte, dass er sich immer mehr aus der Öffentlichkeit zurückzog. Umgeben von unermesslichen Reichtümern und Prunk wäscht eine Mutter ihren Sohn aus Angst vor möglichen ansteckenden Viren oder Infektionen mit Hingabe immer und immer wieder. Noch weiss er es nicht, aber diese rituelle Prozedur wird Howard Hughes niemals vergessen können.
Hollywood spielt mit!
“Aviator” mit Leonardo DiCaprio.
Anno 1927. Der 22-jährige Howard Hughes, gespielt von Leonardo DiCaprio hat von seinem Vater dessen Ölfirma in Texas geerbt und ist mit einem Schlag zum Multimillionär geworden. Er steigt in die marode Fluggesellschaft TWA ein und macht sie zu einem florierenden Unternehmen, deren Absicht, groß in bis dato unmöglich erscheinende transkontinentale Flüge zu investieren, die bislang dominante PanAm auf den Plan ruft: Deren Vorstandsvorsitzender Juan Trippe (Alec Baldwin) sieht die Monopolstellung der Company gefährdet und sagt Hughes den Kampf an. Der hat mehr und mehr mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen. Seine panische Angst vor Viren führt nicht nur dazu, dass er sich beinahe stündlich zwanghaft die Hände wäscht, bisweilen bis er zu bluten beginnt, sondern mündet auch in einen Verfolgungswahn, der ihn noch weiter von anderen Menschen entfernt.
Die Industrie hat den Waschzwang von Hughes in eine wahre Geldquelle verwandelt!
(http://www.superillu.de/ratgeber/Schweinegrippe_1429205.html)
Der Waschzwang und die Phobie.
Hygiene und die “Eleminierung” und/oder das Vermeiden des Kontakts von/mit Keimen in unserer “western rational tradition” allgegenwärtig. Das Tragen von Atemschutzmasken ist zumindest in Japan auf Flughäfen zum normalen Bild geworden. Heute zwar verständlich und notwendig. Aber schon vor zig Jahren, bereits vor “SARS” und Folgeentwicklungen, schützten sich auch Chinesen bei jeder Kleinigkeit mit Masken.
Angesichts bestehender Pandemie-Tragödie entbehrt das Geschäftemachen mit Schutzprodukten ohnehin jeder Ehtik und Moral.
Dafür gibt es Masken aus Mull, Gaze oder Stoff in verschiedensten Formen und Preislagen. Die meisten der jährlich millionenfach verkauften Masken werden in China produziert. Das grosse Geschäft bereits gewittert. Profitieren Designer mit?
Sind sie wirklich gratis? In Hongkong hat die Stadtverwaltung gerade an 20 000 Haushalte Päckchen mit einem Mundschutz verschickt. In der Schweiz verdient einer bereits Millionen mit Desinfektionsmittel. http://querdenken.twoday.net/stories/1623481/
In der Lage, in welcher wir uns heute befinden, müssten Schutzmittel staatlich kontrolliert und verteilt/verkauft werden. Ansonsten es eine Geschäftemacherei auf Kosten unserere Gesundheit ist, nach dem Motto, erst krank machen, dann heilen — unerschütterlich folgt die Masse diesem Weg, leider. “Einfältigen Hygiene Empfehlungen” machen einer breiten Öffentlichkeit glaubhaft mit “Abschaben der Zunge mit einem Zungenschaber würde Bakterien eleminieren”, durch zwanghaftes “Hände waschen würden Viren und Bakterien den Besitzer nicht mehr wechseln!” Weitere Diktate dienen ausschliesslich dem Geschäft. “Körperpflege heisse, sich von Bakterien und Viren frei zu halten!”, Häufiges Haarewaschen sei gut, weil Haare ein Reservoir für “aggressive Pollen” seien. Es wird einsuggeriert, diese seien immer aggressiver, allen voran die super-aggressive Birke und die noch fiesere Ambrosia, die nun aus dem Osten zu uns kommt, um uns anzugreifen. Dabei fehlt es vorwiegend nur an natürlichen Abwehrstoffen, die uns regelrecht weggefiltert wurden/werden.
Das grosse Geschäft mit der Angst. Nun interessierte sich die Wissenschaft erst recht für Viren und Bakterien. Die Gefährlichsten wurden selber kreiert! Ein Bild zwischen Feind und Freund, Angreifer und Verteidiger, ein regelrechtes Kriegsgetümmel! Und immer benötigen wir noch neuere “Waffen”, neue Antibiotika, neue Antimycotica, neue Virustatica, schwereres Geschütz in Form von Antihistaminica und hochdosiertem Cortison, weil der böse Aggressor mal wieder gelernt hat.
Vieles ist eine segensreiche Entdeckung der modernen Medizin. Uns jedoch lebenslang in einen sterilen Kokon verkriechen zu wollen, ohne das unser Immunstystem den Umgang mit unserer Umwelt möglichst früh lernen durfte, das ist handgemacht. Schmerzlich entwickeln sich immer wieder neue und schwere Infektionen. Die müssen aber nicht sofort mit schwerem Geschütz bekämpft werden, denn gerade diese Geschütze legen unsere Abwehrkräfte lahm. Die übertriebene Hygiene ist der Wegbereiter. Das Immunsystem hat verlernt, mit der Umwelt adäquat umzugehen. Nun braucht es zunehmend zusätzliche Waffen. Ein nimmer endender Kreislauf, der primär Kassen füllt.
Was sollte beachten werden, was kann getan werden?
Ausserhalb Spitäler und Arztpraxen und bei Abklingen der Pandemiegefahr: Keine unnötige Hygiene-Manie! Will heissen: In Praxen und Spitälern bestehen strikte Hygienemassnahmen. Während einer Grippewelle sollten diese auch von Privaten eingehalten werden. Wichtig jedoch ist, sich bewusst zu sein: Das Händewaschen darf sich nicht zum Selbstläufer, zur Zwangshandlung ausarten, nachdem die Grippegefahr vorüber ist.
Geschlechtskrankheiten: Keine häufigen Partnerweschsel, Schutz eisern einhalten.
Bei Asthma: Abklären ob Stressauslöser die Ursache ist. Der Körper muss eigene Abwehrstoffe aufbauen können. Jetzt sind allerdings Schutzprodukte notwendig: Wenn möglich erkunden, ob diese auch selber hergestellt werden können.
Masken selber herstellen.
http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/panorama/mundschutz-marke-eigenbau--15417586.html
Wahrnehmungsschulung: In Familien soll nun wegen der Massnahmen kein pathologischer Waschzwang entstehen.
Naturbelassene und möglichst einheimische Nahrung: Industrie-Nahrung möglichst meiden, denn die wird oft mit Lebensmittel verwechselt. Naturbelassen heisst, nichts beigemengt nichts wegenommen. Leider meist nur noch in Reformhäuser erhältlich. Reformhaus-Beratung müssen Kunden darüber aufklären.
Auch Biobauern unterstützen. Kontrolle auch da nicht verlieren. Wer kann sich Reformhaus-Produkte leisten? Ein berechtigtes Frage! Vorwiegend nur die, welche genug Geld haben? Nur die, welche einen Wissensvorsprung um gewisse Dinge haben? Dieses Argument stimmt für mich nur teilweise.
Qualitativ hochdeklarierte Produkte haben ihren Preis. So könnte die Devise heissen: “Weniger essen dafür gesund”. Weniger ist in diesem Sinne also durchaus mehr! Arg schlimm ist die Situation erst, wenn nichts mehr umgesetzt werden kann.
Ausgewogene Ernährung: Reis, Nudeln und Kartoffeln, Fisch, wenig Fleisch oder gar keines, frisch gedünstetes oder kurz gebratenes Gemüse, Salate mit viel einheimischen oder Olivenölen, natives, kalt gepresst. Abhärtung des Körpers durch Bewegung an der Luft und Wechselduschen.
Krankheit: Ausfiebern ohne Chemie aber ggf. nicht ohne ärztlichen Rat.
— Anne —
Anne ist freischaffende Beobachterin, Autorin und Essayistin des aktuellen gesellschaftlichen und politischen Geschehens. Die in Anne's ZeitZeichen geäusserten Meinungen sind unabhängig von und müssen nicht identisch sein mit der Haltung von initiative vernunft oder anderen Autorinnen/Autoren. Anne kann über die Mail-Adresse der Redaktion initiative vernunft (initiative.vernunft ätt yahoo.de) erreicht werden.


