GESELLSCHAFT

> Harmonie

initiative vernunft Impuls-Beitrag Nr. 35

Zum Herunterladen, Ausdrucken, Weitergeben:
initiative-vernunft-035-Harmonie (pdf, 50 KB)


> Harmonie
Von Max Schnyder, mmschnyder@bluewin.ch, zeit-ethik.ch


Es wird viel geschrieben, was wir tun sollten.
Aber selbst wenn alles getan würde, es kann nichts nützen,
weil die Menschheit nicht bereit ist, die Gesinnung zu ändern.
Dazu ein paar Gedanken...



D ie beiden Büezer waren ein gutes Team, friedlich, versöhnlich, mitfühlend, gewaltfrei, pünktlich, leistungsstark, sie lösten alle Probleme miteinander als gute Freunde, in Harmonie, sie wussten dass sie den Frieden nur miteinander erarbeiten und erhalten können und auf ein liebevolles Miteinander angewiesen sind, der Inländer und der Ausländer. Der Chef war mehr als nur zufrieden und lohnte es ihnen, wie es sich gehört.

Die Politiker hätten von ihnen viel lernen können, wenn sie die beiden beachtet hätten, aber die waren ja doch nur Mann von der Strasse, gewöhnliches Volk, nicht beachtenswert.

Die Politiker der beiden Staaten wirkten nicht miteinander, sie waren gegeneinander, jeder wollte der Bessere und Stärkere sein, Machtpokerer. Es kam zum Krieg. Jetzt waren die beiden Büezer beachtenswert. Sie mussten einrücken, wurden zu befohlenen Feinden, bewaffnet und aufs Töten ausgerichtet, mit Vaterlandsliebe und Schnaps, den sie trinken mussten, wegen der berauschenden Motivation.

Leider hörte ich nichts mehr von den beiden Vorbildlichen. Auch nicht nach dem Krieg, auch nicht nachdem sich die Politiker und die Wirtschaftler die Hände geschüttelt, und gegenseitig die Schultern beklopft, weil sie den Frieden geschaffen hatten.

Die „feindlichen“ Wirtschaftler grinsten sich hämisch zu, weil sie die Politiker und das Volk übers Ohr gehauen hatten, ausserdem waren sie viel reicher als vor dem Krieg und die arbeitslosen Büezer und Angestellten waren sie los, die vielfältigen Spekulationen und der Immobilienhandel waren wieder lukrativer, auf Kosten des gewöhnlichen Volkes. Dieser Frieden aber, mit der Schwäche der gierigen Lust auf Macht und Reichtum erwirkt, dauerte nur bis zum nächsten Krieg. Ende der Harmonie.

Wann endlich sehen wir Menschen ein, dass echter Frieden bei uns allen beginnen muss? Und dass dazu ein liebevolles, versöhnliches, gewaltfreies Miteinander unabdingbar ist?

Und dass Politik und Wirtschaft mit der Gier nach Macht und Reichtum, ohne Liebe, tödlich sind?

Und dass Politik und Wirtschaft ohne unsere Zustimmung absolut ohnmächtig wären?

Woher nähme die Wirtschaft ihren Reichtum, wenn sie keine Arbeitsplätze schaffen würde?

Harmonie im liebenden Miteinander — oder rächendes Gegeneinander?


Mit herzlichen Grüssen
Max Schnyder


> Das populäre Denk- und Verhaltensmuster

initiative vernunft Beitrag Nr. 11
zum Herunterladen:

initiative-vernunft-011-Populaeres-Denkmuster (pdf, 64 KB)



> Das populäre Denk- und Verhaltensmuster
Von Max Schnyder, mmschnyder@bluewin.ch, zeit-ethik.ch

E s herrscht eine allgemein anerkannte Mentalität, die das weltweite Geschehen bewirkt, jedoch nicht erfüllt ist von der liebenden, vergebenden und gewaltlosen Lehre Jesu. Sie bestimmt das Tun der fünf Fakultäten, Politik, Religion, Wirtschaft, Wissenschaft und Justiz, die zwangsläufig von ihr durchdrungen sind. Warum sie populär ist, ist schwer zu verstehen. Sie ist weder von Gott vorgesehen, von einem blindwütenden Schicksal ausgelöst, noch ein ominöser Zufall. Ich rede zu dieser Mentalität, als wäre sie ein Wesen, was sie natürlich nicht ist, aber sie treibt ihr entsetzliches Unwesen:

„Du glaubst mehr an die Vergeltung, als an die Versöhnlichkeit, mehr an den Ungleichwert der Menschen, als an deren Gleichwert, mehr an die Gewalt, als an die Gewaltlosigkeit, mehr an die Hab- und Machtgier, als an die Anspruchslosigkeit, du hast keine Ehrfurcht vor dem Leben. Die Menschheitsgeschichte ist der Beweis dieses Irrsinns. Seit jeher erliegen die Menschen deiner Wahnvorstellung, den Frieden mit Gewalt erzwingen zu können, und dass materieller Reichtum und Macht erstrebenswert seien. Einen dauerhaften Frieden hast du damit noch nie errichtet. Du bist uneinsichtig und lässt dich blenden von kurzzeitigen Erfolgen, die deinen Wahn zu bestätigen scheinen. Zum Beispiel deine durch Kriege erzwungenen brüchigen Frieden, die jedoch der nächste Krieg zerstört, der bereits mit der lächerlichen Siegesfeier des Siegers beginnt.

Du beherrschst das Denken aller fünf ‚Fakultäten’. Politik und Wirtschaft beauftragen die Wissenschaft, Massenvernichtungsmittel gegen Menschen und Insekten zu entwickeln und entscheiden dann, welche Massen wann und wo zu vernichten sind. Die Wissenschaft tut mit, weil sie, wie die Politik, am Gängelband der Wirtschaft hängt. Die Staaten sind von dir so verdorben, dass sie schon den Schulkindern im Geschichtsunterricht beibringen, dass Kriege gerechtfertigt seien. Die alten ‚Kriegshelden’ werden hochgejubelt, obwohl sie Kriegsverbrecher sind. So gewöhnst du schon Kinder an die staatliche Tötungsgewalt, die sie fraglos anerkennen müssen. Damit erreichst du, dass all zu viele nicht einsehen, dass die Gewalt kein Friedensmittel ist. Du lässt sie deine faule Ausrede nachplappern: »Es gab zu allen Zeiten Kriege, sie sind manchmal unerlässlich, das ist üblich.« – Ja, du Wahnsinnige, es ist üblich, aber nicht normal. Du bist dir nicht bewusst, dass das Übliche nicht immer normal, und das Normale eher unüblich ist. Wenn die Schulkinder volljährig sind, geht ihre Erziehung zur Gewalt weiter, in militärischer Ausbildung. Wer nicht mittun will, wird bestraft. Der Mann von der Strasse muss die ganze Mordmaschinerie berappen. Warum tut er dies, obwohl er doch weiss, dass er und die Seinen die Mordopfer sind? Auch wird er dazu verurteilt, im Krieg Henker zu sein, was er heldenhaft und Vaterlandshymnen singend vollzieht. Das ist üblich. Warum soll das normal sein? So gründlich hast du die Menschheit verdorben!

Die Wirtschaft ist dein liebstes Kind, weil sie auch die Politik beherrscht. Sie kann sich hinter der Politik verbergen und aus der Deckung heraus die Kriege finanzieren. Noch nie wurde ein Krieg aus Geldmangel abgesagt. Ihr geht es um Reichtum, den sie mit deiner Mentalität anhäuft – die Kriegsindustrie ist ein lukratives Geschäft. Sie braucht die Kriege, um neue Waffen zu testen, weiter zu entwickeln und zu verkaufen. Und sie will viel verkaufen. Sie wolle nichts als Arbeitsplätze schaffen, versichert sie dem Mann von der Strasse – Brot für Kriegsleichen. Die verantwortungslosen Boden-, andere Spekulationen und Immobilienhandel, sind die Verursacher der Teuerung, für die der Mann von der Strasse – der Landlose – aufkommen muss. Der Menschheit grösste Verbrecher sitzen nicht in Zuchthäusern. Je mehr sich deine Jünger bereichern, um so angesehener sind sie, lehrst du, obwohl das auf Kosten der Landlosen geschieht. Die Wirtschaft schafft Arbeitsplätze, aber nicht aus Nächstenliebe, sondern aus Gewinnsucht. Rücksichtslos baut sie die wieder ab, wenn sie ihre Reichtumssucht nicht befriedigen kann. Du gehst nicht nur über Kriegsleichen hinweg, auch über Wirtschaftsleichen. Und das sind sie doch, die Working Poor, die Arbeitlosen und die jährlich ungezählten Verhungerten, alles Landlose!

Deine Mentalität umfasst alle Fakultäten. Es ist noch nicht lange her, haben Religionen, von dir erfüllt, im Namen ihres Gottes viele Völker dezimierten, ja ausgerottet. Von dir verseucht, erlagen sie dem Wahn, den Frieden mit dem Schwert in der Hand predigen und ‚heilige’ Kriege führen zu dürfen. – Vielleicht waren die Kreuzzügler die ersten Selbstmordattentäter der Menschheitsgeschichte, die im Namen Gottes mordeten. – Erst in neuerer Zeit rappeln sie sich manchmal gegen den Krieg auf – verbal, ohne Taten. Die wenigen welche deinem Tun widersprachen, wurden mit deiner Mentalität eliminiert. Dies geschieht noch in unseren Zeit. Wenn Jesus heute wieder käme, würdest du ihn wieder ermorden, wie du Mahatma Gandhi, Martin Luther King und andere ermordet hast.

Deine Mentalität bewirkte den ‚Schuld-Strafe-Kult’. Die Religionen erfanden, dir getreu, den ‚Sünde-Kult’, und lehrten dem Mann von der Strasse einen zornigen, strafenden, rächenden und gar verdammenden Gott. So ist Gott aber nicht.

Du behauptest, dass der Mensch unverbesserlich sei und zum Bösen geboren. Damit behauptest du, er sei zum Bösen bestimmt. Das ist eine Lüge. Denn wenn wir zum Bösen bestimmt wären, könnten wir nicht den tiefen Wunsch in uns tragen, unser Leben in Frieden zu durchleben, inmitten einer friedlichen Menschheit. Diesen wahrhaft göttlichen Wunsch verspottest du, als nicht realisierbare Utopie.

Du bewirkst den Wahn, nur mit Strafe könne die Gerechtigkeit wieder hergestellt werden. Von welcher Gerechtigkeit redest du? Du weisst überhaupt nicht was Gerechtigkeit ist. Wie willst du das wissen, mit deiner reichtums- und vergeltungssüchtigen Mentalität? Du bist der Teufel selbst. Du hast die Hölle gebaut, mit deinen gewaltgläubigen und reichtumssüchtigen Jüngern. Die Justiz richtet ihre scheinbare Gerechtigkeit auf die gerade herrschende Politik und Wirtschaft aus, die sich laufend ändern. Sie hat noch nie Kriege verhindert. Wo bleibt die Gerechtigkeit? Mit deiner Mentalität, gehört das Recht dem Starken. Der aber ist ein Schwächling, ein ethischer Stümper. Die Grösse der Stärke manifestiert sich nicht im Zu- und Zurückschlagen, nicht in der Gewalt, sondern im Verzeihen, in der Gewaltlosigkeit, in der Gerechtigkeit der Ethik der Liebe zu allem Leben und in der Hilfe, die sie dem Schwachen schenkt.

Du solltest einsehen, dass du der Zerstörer einer friedlichen Menschheit und all ihrer Kulturen warst, bist und sein wirst. Und wir sollten einsehen, dass dich allzu viele Menschen anbeten.“

Unser Leben definiert sich selbst. Überlassen wir die Religionen ihrem Wahn der Gottesvertreter, die Wissenschaft ihrem sterbenden Universum, mit seinen zufällig entstandenen Sternen und ihrer Vernichtungstechnologie, die Politik und Wirtschaft ihren heiligen Zweckmitteln, ihren Lügen, Schönreden und Gewalt. Wagen wir es, ein jeder für sich, unseres Traumes Pforte des Friedens zu öffnen, mit einem versöhnlichen Sein, um die amtlichen Grenzen der gewalttätigen Mentalität zu überschreiten, wo wir beginnen mit der Ethik der Liebe zu allem Leben, gerecht und somit vernünftig zu leben.

> Ehrfurcht vor dem Leben - Die Ethik nach Albert Schweitzer

initiative vernunft Beitrag Nr. 7
zum Herunterladen:

initiative-vernunft-007-Ethik-Albert-Schweitzer (pdf, 83 KB)



> Ehrfurcht vor dem Leben - Die Ethik nach Albert Schweitzer
Von Max Schnyder, mmschnyder@bluewin.ch, zeit-ethik.ch

D ie Menschheitsgeschichte ist eine Kriegsgeschichte, eine Manifestation der Hab- und Machtgier. Äusserliche Massnahmen wie Nichtangriffspakte, Friedensverträge, UNO, soziale, humanitäre Institutionen usw. sind untauglich, einen bleibenden Frieden zu schaffen, geschweige ihn zu erhalten. Die Denkmentalität, die Gesinnung aller Menschen muss geändert werden, dies muss jeder an sich selbst tun. Mahatma Gandhi sagte: „Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.“

Der Wunsch ist mehr als der Vater des Gedankens, er ist auch der des Denkens. Auch Sie wünschen sich aus Ihrem tiefsten Innern, Ihr Leben in Frieden und menschenwürdig in einer friedlichen Menschheit durchleben und geniessen zu können. Stellen Sie sich vor, jeder Mensch lebte in seinem Alltag, die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben, wie Albert Schweitzer die Ethik verstand. Gäbe es noch Gewalt, Verbrechen, Rache, Kriege, Reichtum und Armut? Er begriff die Lehre Jesu, der uns empfahl: „Lass dir genügen an Nahrung, Kleidung und Obdach, trachte zuerst nach Frieden und Gerechtigkeit.“ Die Frage, wie dies weltweit möglich sein könnte, ist für den überflüssig, der bei sich selbst beginnt. Auch Sie können bei sich selbst beginnen und damit leisten Sie Ihren Beitrag zum Weltfrieden. Auch Sie können mit Ihren Mitmenschen über Jesus und Schweitzer reden. Als Theologe sagte er: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, als Philosoph sprach er von der Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Die Liebe, wie sie Jesus lehrte, ist die Grundlage aller Ethik und allen Friedens.

Prof. Dr. Albert Schweitzer (1875 - 1965)

1913 ging er nach Lambarene. Die Kollegen der Universität Strassburg warfen ihm vor, er entfliehe den europäischen Problemen der Zeit, begrabe seine Talente im Urwald, und die Wilden Afrikas empfänden ohnehin keinen Schmerz. ...Diese Überheblichkeit des IQ...

Nach seiner ersten Rückkehr aus Lambarene schrieb er, 1920, in seinem Buch „Zwischen Wasser und Urwald" folgendes: « Wenn ich es als meine Lebensaufgabe betrachte, die Sache der Kranken unter fernen Sternen zu verfechten, berufe ich mich auf die Barmherzigkeit, die Jesus und die Religion befehlen. Zugleich aber wende ich mich an das elementare Denken und Vorstellen. Nicht als ein „gutes Werk“, sondern als eine unabweisliche Pflicht soll uns das, was unter den Farbigen zu tun ist, erscheinen. Was haben die Weissen aller Nationen, seitdem die fernen Länder entdeckt sind, mit den Farbigen getan? Was bedeutet es allein, dass so und so viele Völker da, wo die sich mit dem Namen Jesu zierende europäische Menschheit hinkam, schon ausgestorben sind und andere im Aussterben begriffen sind oder stetig zurückgehen! Eine grosse Schuld lastet auf uns und unserer Kultur. Wir sind gar nicht frei, ob wir an den Menschen draussen Gutes tun wollen oder nicht, sondern wir müssen es. Was wir ihnen Gutes erweisen, ist nicht Wohltat, sondern Sühne. Die Völker, die Kolonien besitzen, müssen also wissen, dass sie damit zugleich eine ungeheure humanitäre Verantwortung gegen die Bewohner derselben übernommen haben. Wir müssen aus dem Schlafe aufwachen und unsere Verantwortungen sehen. »

Sein Aufruf 1964 in Lambarene: « Ich rufe die Menschheit auf zur Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben. Diese Ethik macht keinen Unterschied zwischen wertvollerem und weniger wertvollem, höherem und niedrigerem Leben. Sie lehnt eine solche Unterscheidung ab. Denn der Versuch, allgemeingültige Wertunterschiede zwischen den Lebewesen anzunehmen, läuft im Grunde darauf hinaus, sie danach zu beurteilen, ob sie uns Menschen nach unserem Empfinden näher oder ferner zu stehen scheinen. Dies aber ist ein ganz subjektiver Massstab. Wer von uns weiss denn, welche Bedeutung das andere Lebewesen an sich und im Weltganzen hat? Die Konsequenz dieser Unterscheidung ist dann die Ansicht, dass es wertloses Leben gebe, dessen Vernichtung oder Beeinträchtigung erlaubt sei. Je nach den Umständen werden dann unter wertlosem Leben, Insekten oder primitive Völker verstanden. Die unmittelbare Tatsache im Bewusstsein des Menschen lautet: „Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will“. Diese allgemeine Bejahung des Lebens ist eine geistige Tat, in der der Mensch aufhört dahinzuleben, in der er vielmehr anfängt, sich seinem Leben mit Ehrfurcht hinzugeben und ihm seinen wahren Wert zu geben. Der auf diese Weise denkend gewordene Mensch erlebt zugleich die Notwendigkeit, allem Willen zum Leben die gleiche Ehrfurcht vor dem Leben entgegenzubringen, wie dem eigenen. So erlebt er das andere Leben in dem seinen. Als gut gilt ihm alsdann, Leben zu erhalten und zu fördern, entwickelbares Leben auf seinen höchsten Wert zu bringen - als böse gilt ihm nun: Leben schädigen oder vernichten, entwickelbares Leben in der Entwicklung hindern. Dies ist das absolute und denknotwendige Grundprinzip des Sittlichen. Durch die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben kommen wir in ein geistiges Verhältnis zur Welt. In meinem Leben habe ich immer versucht, in meinem Denken und Empfinden jugendlich zu bleiben und habe stets von Neuem mit den Tatsachen und meiner Erfahrung, um den Glauben an das Gute und Wahre gerungen. In dieser Zeit, in der Gewalttätigkeit sich hinter der Lüge verbirgt und so unheimlich wie noch nie die Welt beherrscht, bleibe ich dennoch davon überzeugt, dass Wahrheit, Friedfertigkeit und Liebe, Sanftmut und Gütigkeit die Gewalt sind, die über aller Gewalt ist. Ihnen wird die Welt gehören, wenn nur genug Menschen die Gedanken der Liebe und der Wahrheit, der Sanftmut und der Friedfertigkeit rein und stetig genug denken und leben. Alle gewöhnliche Gewalt in dieser Welt, schafft sich selber eine Grenze, denn sie erzeugt eine Gegengewalt, die ihr früher oder später ebenbürtig oder überlegen sein wird. Die Gütigkeit aber wirkt einfach und stetig. Sie erzeugt keine Spannung, durch die sie sich selbst aufhebt, sondern sie entspannt die bestehenden Spannungen. Sie beseitigt Misstrauen und Missverständnisse. Indem sie Gütigkeit weckt, verstärkt sie sich selber. Deshalb ist sie die zweckmässigste und intensivste Kraft. Was ein Mensch an Gütigkeit in die Welt hinaus gibt, das arbeitet an den Herzen der Menschen und an ihrem Denken. Unsere törichte Schuld ist, dass wir nicht ernst zu machen wagen mit der Gütigkeit. Wir wollen immer wieder die grosse Last abwälzen, ohne uns dieses Hebels zu bedienen, der unsere Kraft verhundertfachen kann. Eine unermesslich tiefe Wahrheit liegt in dem Worte Jesu: „Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Erdreich besitzen.“ »

Die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben ist eine Manifestation der Liebeslehre Jesu, die im Gebot „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gründet. Wird dieses Gebot von uns allen zur Lebensregel erhoben, können wir uns zu der friedlichen Menschheit entwickeln, die alles Leben liebt und zu der wir fähig wären. Es ist die wahrhaftige christliche Ethik, denn allein sie führt zum Weltfrieden und zur Werterfüllung allen Seins.

General Omar N. Bradley sagte in seiner Rede im November 1948 in Boston: „Wir haben zu viele Männer der Wissenschaft, zu wenige Männer Gottes. Wir kennen das Geheimnis des Atoms und haben die Bergpredigt abgelehnt. Unsere Welt ist eine der nuklearen Giganten und der ethischen Zwerge. Wir wissen mehr über Krieg, als über den Frieden, mehr über das Töten, als über das Leben.“

Erst wenn alle Menschen die Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben anerkennen, kann es keine Führenden in Religion, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mehr geben, die sie ablehnen, und erst dann kann die Liebeslehre des Jesus verwirklicht werden, und die Menschheit friedlich sein. Ich wundere mich, dass diese Ethik von den Ethikern nicht gelehrt wird und habe den Verdacht, dass sie gegen ihr besseres Wissen lehren. Ist das Mangelnder Mut zur Wahrheit, oder was?

> Das Märchen vom Frieden

initiative vernunft Beitrag Nr. 6
zum Herunterladen:

initiative-vernunft-006-Maerchen-vom-Frieden (pdf, 68 KB)





Ronald-Slabbers-PEACE
© Ronald Slabbers, ronaldslabbers.com






> Das Märchen vom Frieden
Von Max Schnyder, mmschnyder@bluewin.ch, zeit-ethik.ch


E s war einmal ein grosses, reiches Land, in dem auch die Natur wundervoll gedieh, von vielen Völkern in allen Hautfarben bewohnt – ohne Grenzen – die nichts wollten, als sich ihren Wunsch erfüllen, im Frieden zu leben, grenzenlos. Sie machten zwar noch viele Fehler, aber unabsichtlich, weil sie nicht alles wussten. Sie waren sich bewusst, dass sie viel zu wenig wussten, aber auch dass Anstand und Achtsamkeit Früchte der Liebe sind, und dies das wichtigste Wissen ist. Sie beschuldigten sich gegenseitig nicht, sondern halfen einander aus den Fehlern zu lernen, die ihre besten Lehrmeister waren. „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“, war ihre Lebensregel. Die „heiligen Zweckmittel“ und „wie du mir so ich dir!“, waren Vergangenheit. Sie gingen anständig und achtsam miteinander um, auch mit der Natur. Reich sein bedeutete ihnen nichts mehr, denn sie hatten vordem erfahren, dass Reichtum die Armut bewirkt, beide ungerecht sind und die Armen unachtsam behandelt. Auch bestanden dazumal Grenzen zwischen Religionen, Nationen und Ethnien, die unsäglich viele Tote und entsetzliche Leiden bewirkten. Das wollten sie nicht mehr erleben, auch die ehemals Reichen und Mächtigen nicht. Alle sagten:

„Wir alle sind gleichwertige Menschen, mit denselben Bedürfnisse und dem gleichen Wunsch nach Frieden, den wir nur miteinander schaffen und erhalten können, wir sind auf ein liebevolles Miteinander angewiesen und wollen keine Grenzen mehr.“

Vor langer, langer Zeit, in dunkler Vergangenheit, kämpften sie gegeneinander mit Steinbeilen. Doch sie entwickelten sich weiter, nannten das den „Technischen Fortschritt“, der zum allgültigen Massstab ihrer Entwicklung wurde und meinten, sie seien jetzt „zivilisiert“. Die Steinbeile wurden zu Massenvernichtungsmitteln, die sie sich gegenseitig über die Köpfe hauten, mit noch immer derselben steinzeitlichen Gesinnung. Die Folgen waren entsetzlich und brachten sie zur Einsicht. „Nie wieder Krieg!“ wollten sie diesmal verwirklichen, denn beinahe hätten sie sich selbst und die Natur ausgelöscht.

Sie lernten aus den Fehlern ihrer Vergangenheit. Die Empfehlung Jesu: „Lass dir genügen an Nahrung, Kleidung und Obdach; trachte zuerst nach Frieden“, verwirklichten sie, waren anspruchslos, nicht mehr hab- und machtgierig, nicht gewalttätig, sondern gewaltlos, beschuldigten und verspotteten sich nicht mehr gegenseitig, lebten ohne anzuklagen, sondern versöhnt miteinander. Weil es keine Angeklagten mehr gab, darum keine Schuldigen, benötigten sie weder Richter noch Gesetze. Es gab keine Ober- Mittel- und Unterschicht, keine Untertanen und Obertanen mehr. So bauten sie, ganz natürlich, eine Hierarchie der Könner auf. Alle verstanden sich als Hilfskräfte im Erarbeiten und Erhalten des Friedens, die Schwachbegabten so gut wie die Hochbegabten, alle waren Lehrer und Schüler zugleich, denn sie waren bestrebt, miteinander lernend, zu leben. Politik, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft ergänzten sich im Gleichklang des friedlichen Wollens aller, zu wohlklingender Harmonie mit Hilfe ihrer Lebensregel, welche die Grundlage der Liebeslehre Jesu ist.:

„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!“

Niemand mehr erstrebte politische Macht, denn sie suchten miteinander Lösungen für ihre Probleme zu finden, die allen Menschen gleichermassen nützten. Weil sie sich miteinander aufeinander einstimmten, waren nicht einmal mehr Abstimmungen notwendig.

Die vielen Religionen lösten sich auf, wie von selbst. Weil alle in der Liebe lebten, vergassen sie den strafenden Gott und glaubten fortan an einen liebenden Gott. Warum sollten sie noch an jenen „alten Rächer“ glauben, wenn sie doch selber allen alles vergaben, niemanden mehr anklagten und bestraften? Allerdings konnten sie ihren liebenden Gott, der die Liebe „verkörpert“, mit ihrem Verstand nicht erfassen. Aber indem sie in der Liebe lebten, erfassten sie ihn mit und in ihren Herzen, und so verkörperten sie ihn. Die Religion lebte in ihren Herzen und Alltag. Endlich verstanden sie die Liebeslehre Jesu und schufen, wie von selbst, das Reich Gottes auf Erden, das in den Herzen und Köpfen aller begann.

Auch die Wirtschaft mit ihrer alten Forderung nach „ewigem Wachstum“, das doch nur endlich sein konnte, löste sich auf, denn alle begnügten sich mit Nahrung, Kleidung und Obdach, ohne Macht- und Habgier. Sie arbeiteten miteinander, alle ihren Fähigkeiten entsprechend, gaben was sie konnten und nahmen nur so viel, wie sie benötigten um menschenwürdig zu leben. So hatten sie zur Genüge. Ohne Geld. Nichts mehr musste rentieren, jedoch lohnte sich jeder Aufwand zu Gunsten der Natur und zu ihrem eigenen Wohl.

Die Wissenschaften schlossen Gott und ein ewiges Leben nicht mehr aus, sondern bezogen sie in ihr Denken mit ein, als Möglichkeit. Sie behaupteten nicht mehr: „Die Existenz Gottes ist nicht bewiesen, darum gibt es ihn nicht!“, sondern: „Die Nichtexistenz Gottes ist nicht bewiesen, darum kann er sehr wohl sein.“ Sie wirkten mit der liebenden Ethik der „Ehrfurcht vor allem Leben“, glaubten an die Liebe und lebten in ihr, darum erfanden und entwickelten sie keine Mittel mehr, um Insekten, Wälder und Menschen in Massen vernichten zu können.

Die Justiz löste sich von selbst auf. Weil sich ausnahmslos alle bemühten, die Liebe zu praktizieren, benötigten sie keine Gesetze und Richter mehr.

Den Reichtum ihres Landes an Edelsteinen, Edelmetallen, Erzen und Öl, nutzten sie nur, um sich das Leben zu erleichtern und als bescheidenen Schmuck, den sie vergnügt lächelnd herstellten, aber für sie nur schillernder Schein war. So lebten sie liebevoll miteinander, erfuhren den Reichtum der Liebe und erlebten leiblich dass Frieden, Versöhnlichkeit, Gerechtigkeit und Achtsamkeit ihre Früchte sind.

Seitdem war ihr Reichtum der Frieden und sie verstanden das einzige gerechte Gesetz: „Ursache und Wirkung“ oder „Aussaat und Ernte“, denn die Ernte entsprach immer der Aussaat. Sie ernteten die Liebe, die sie ausgesät, nicht mehr den Hass, den sie früher aussäten, mit der Wirkung der Kriege, und fragten sich:

„Warum nur begreifen das allzu viele Menschen nicht,
und dass der Frieden kein Märchen sein muss?“



Die Freiheit der Gewaltlosigkeit

Z wei von ihren Obrigkeiten zu Feinden erklärten Menschen, zielen auf einander. Sagt der eine: „Wirf deine Pistole weg, sonst drücke ich ab.“ Sagt der zweite: „Nein, ich gehe keine Kompromisse ein. Wenn du zum Mörder werden willst, dann schiesse.“ Der eine senkt sein Schiesseisen und sagt: „Jetzt verstehe ich die uralte indische Weisheit, die ich neulich las: ‚Wenn du dies tust, bin ich es, der sterben wird.’ Auch ich will nicht zum Mörder werden.“ Daraufhin entgegnet der zweite: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst, bedeutet dasselbe.“

Sie vergraben ihre Mordwerkzeuge und leben fortan friedlich miteinander.

initiative vernunft

Logo

Willkommen! im Kreis von einhundertvierzigtausend initiativen und vernünftigen Mitmenschen

initiative vernunft Informationen - Unterscheiden ohne zu urteilen

Mensch sein heisst, in seinem Leben täglich wichtige Einblicke und Erfahrungen zu machen, und — das ist das Besondere hier auf der Erde — zugleich Schöpfer-zugewandte wie Schöpfer-abgewandte Aspekte kennen und unterscheiden zu lernen, ohne zu (ver)urteilen. Blicken Sie mit initiative vernunft auf beide Seiten derselben Medaille:


initiative vernunft

Impuls-Beiträge: Schöpfungs-zugewandte Aspekte


initiative vernunft

Recherchen: Schöpfungs-abgewandte Aspekte


Das Informations-Angebot von initiative vernunft im Überblick


Impressum

Aktuelle Indikatoren

Sonnenaktivität

Solar X-rays, Röntgenstrahlung n3kl.org Solar X-rays

Geomagnetic Field n3kl.org Geomagnetic Field

SDO Solar Dynamics Observatory SDO Solar Dynamics Observatory

SOHO LASCO C2 SOHO LASCO C2 Latest Image

STEREO Ahead EUVI 195 STEREO Ahead EUVI 195

STEREO Behind EUVI 195 STEREO Behind EUVI 195

ACE Real-Time Solar Wind ACE Real-Time Solar Wind

HAARP Induction Magnetometer HAARP Induction Magnetometer

Wetter und Schadstoffe Europa Rheinisches Institut für Umweltforschung

Wetterprognose 2 Tage Temperatur 2m (C) Rheinisches Institut für Umweltforschung, http://db.eurad.uni-koeln.de

Luftfeuchte (%) / Niederschlag 1h (mm) Rheinisches Institut für Umweltforschung, http://db.eurad.uni-koeln.de

Rheinisches Institut für Umweltforschung, http://db.eurad.uni-koeln.de

Luftqualität Rheinisches Institut für Umweltforschung, http://db.eurad.uni-koeln.de

Ozon Tages-Maxima (ug/m3) Rheinisches Institut für Umweltforschung, http://db.eurad.uni-koeln.de

Feinstaub PM10 (ug/m3) Rheinisches Institut für Umweltforschung, http://db.eurad.uni-koeln.de

Erdbeben, Earthquakes

U.S. Geological Survey (USGS) U.S. Geological Survey (USGS)

Global Consciousness Project Coherence and Resonance in the World Global Consciousness Project - Registering Coherence and Resonance in the World

Gold und Geld

[Most Recent Quotes from www.kitco.com]

[Most Recent Quotes from www.kitco.com]

[Most Recent Quotes from www.kitco.com]

[Most Recent Quotes from www.kitco.com]

Aktuelles Zeitgeschehen — unter der Lupe von initiative vernunft

Medien-Lügen

Alternative Nachrichten abseits des Mainstreams

Sie mögen Energiesparlampen nicht — Sie haben recht!

Der Film: Bulb Fiction

Dipl.-Ing. Reiner Gebbensleben: Elektrosmog – was wirklich dahinter steckt

Elektrosmog – was wirklich dahinter steckt

Skrupellos: NATO Kriegsverbrechen in Libyen (Bericht von Susan Lindauer)

Skrupellos: NATO Kriegsverbrechen in Libyen

Youtube Video: "Gaddafi gold-for-oil, dollar-doom plans behind Libya 'mission'?"

Gaddafi gold-for-oil, dollar-doom plans behind Libya 'mission'?

Chemtrail Gefahrenkarte für die USA

Chemtrail Hazard Map?

Argumente gegen die Entwaffnungsinitiative

Argumente gegen die Entwaffnungsinitiative

Handy-Strahlung: Wenn der Schulbesuch krank macht

Wenn der Schulbesuch krank macht

Meist gelesene Seiten heute

Suche in initiative vernunft

 

> initiative und vernünftige Partner

Zeitpunkt Heft Nr. 136 Berichte aus der Tabuzone

Das bringt der Zeitpunkt 136

Zeitpunkt - Für intelligente Optimistinnen und Optimisten

P.M.: Neustart Schweiz neustartschweiz.ch

WeAreChange Switzerland

Verein Bürger für Bürger

Verein Bürger für Bürger

LHC Kritik - Unabhängige Infoseite zu den Experimenten am LHC des CERN in Genf

diagnose > Funk

diagnose > Funk

WAL Wohnen — Arbeiten — Leben wal-meeting.blogspot.com

WAL — Wohnen Arbeiten Leben

Politische Abendgottesdienste Politische Abendgottesdienste

jeden 2. Freitag im Monat, 18.30 Uhr, Zürich politischegottesdienste.ch