initiative vernunft Beitrag Nr. 16
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> Beileid der Politik
Von Max Schnyder, mmschnyder@bluewin.ch, zeit-ethik.ch
M ein herzlichstes Beileid an alle Menschen,
− Eure Politik
Liebe Menschen,
ich, die Politik, bitte euch aus tiefstem Herzen um Verzeihung, für die ungezählten Millionen, die ich im Laufe eurer Geschichte ermorden und verhungern liess.
Bedenket aber, dass ich von euch geprägt bin. Ich bin ohnmächtig von euch abhängig, ich bin euer Spiegelbild. Wenn ihr keine Ehrfurcht habt vor dem Leben, kann ich auch keine haben. Solange ihr Gewalt und Kriege rechtfertigt, werde ich sie lostreten, so lange ihr der Spekulation frönt, werdet ihr Hungertote beklagen.
Es gibt keinen Weg der zum Frieden führt, der Friede selber ist der Weg.
Er beginnt mit den Eigenschaften der Liebe: Versöhnlichkeit, Gleichwert aller Menschen, Gewaltlosigkeit, Bescheidenheit und Wahrheit. Nur so könnt ihr Frieden und Gerechtigkeit schaffen. Wenn ihr das einseht, verändert ihr mich, denn ich bin die Manifestation eurer Gesinnung. Es ist an euch, diese Realität anzuerkennen und die Konsequenzen daraus zu ziehen. Tut ihr das – ihr könntet es – kann ich keine Kriege mehr auslösen und niemand mehr verhungern lassen. Auch eure Kulturen kann ich nicht mehr zerstören, die ihr im Lauf eurer Geschichte einerseits mühsam und mit viel Kreativität aufgebaut, anderseits mit immer derselben Lust am Wahnsinn der Hab-, Machtgier und der Gewalt geopfert habt.
Eure Politiker wissen das alles, aber die, die meine Jünger sind, wollen diese Realität nicht wahrhaben. Sie handeln gegen ihr besseres Wissen. Sie sind Fantasten, die der Fata Morgana nachlaufen
„Gewalt auch für den Frieden!“. Sie sind so uneinsichtig, dass sie nicht einmal fähig sind, aus der Geschichte zu lernen. Sie wollen nicht einsehen, dass sie zudem am Gängelband einer skrupellosen Wirtschaft hängen.
Liebe Menschen, denkt an Mahatma Gandhi, der sagte:
„Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.“ Jeder beginne bei sich selbst, mit der Ethik der Liebe, der Liebe zu allem Leben. Begegnet euch liebevoll als Gleichwertige, ohne euch gegenseitig zu bewerten, denn ihr seid alle gleich wertvoll. Solltet ihr das nicht verstehen wollen, so geht allein in die Wüste und bleibt dort, bis ihr einseht, dass ihr mit eurem Nächsten zusammen leben dürft. Jesus empfahl euch:
„Lasst euch genügen an Nahrung, Kleidung und Obdach, trachtet zuerst nach Frieden und Gerechtigkeit.“ Wenn ihr dies tut, wird es keine Verhungerten, Verbrecher und Kriege mehr geben. Nur so werdet ihr die Ethik der Liebe erfahren und verändert ihr mich, euer Spiegelbild. Denkt auch an John F. Kennedy, der sagte:
„Wenn eine freie Gesellschaft den vielen, die arm sind, nicht helfen kann, kann sie auch die wenigen nicht retten, die reich sind.“
Warum wollt ihr nicht verstehen?
Die Bestattungen eurer Verbrecher, Kriegsopfer und verhungerter Mitmenschen finden laufend statt, ebenso eurer Kulturen, solange wie ihr es erleiden wollt.
In tiefster Trauer grüsst euch,
− Eure Politik
initiative.vernunft - 11. Aug, 23:07