__Zu schlechter Letzt

Erdbeben und Überschwemmungen als Anlagemöglichkeit

Hier ein abscheuliches Beispiel, welche Blüten die entfesselte Gier des Kapitals nach Profit treibt.

Gefunden auf:
http://www.morningstar.ch

Erdbeben und Überschwemmungen als Anlagemöglichkeit
A. E. | 10/01/2008


Cat Bond Fonds sind eine noch relativ unbekannte Anlageklasse. Sie konzentrieren sich auf Naturrisiken wie Erdbeben und Überschwemmungen. Über deren Gestaltung und wie sich mit Versicherungsrisiken Rendite erzielen lässt, darüber sprach Morningstar mit M. S., Cat Bond Fondsmanager und Head Insurance-linked Investments bei C. L. AG, Zürich.



Herr S., könnten Sie uns kurz beschreiben, was man unter Cat Bonds versteht?

Insurance-linked Securities (ILS) sind festverzinsliche Wertpapiere (Anleihen) mit fester Laufzeit. Die Anleihen werden von Versicherungs- und Rückversicherungsunternehmen als Kapitalschutz im Fall von großen Naturkatastrophen ausgegeben. In manchen Fällen geben große Branchenunternehmen ILS als Ersatz für den traditionellen Versicherungsschutz aus, z.B. ein Telekommunikationsunternehmen, welches ILS als Schutz vor dem Verlust von Überlandleitungen durch einen starken Sturm emittiert. Das vom Anleger übernommene Risiko steht dabei im Zusammenhang mit einem bestimmten Versicherungsrisiko (z. B. Sturm, Sterblichkeit). Für Naturkatastrophen-ILS wird normalerweise der Ausdruck “Cat Bond” gebraucht.

Woraus setzt sich dabei die Rendite zusammen?

Das Anlagekapital ist diesem Risiko voll ausgesetzt, daher auch der Name “Capital-at-Risk”-Anlage. Da ILS auf ABS-Transaktionen beruhen, umfasst der Zinssatz zwei Komponenten: • LIBOR (meist der Drei-Monats-LIBOR) und • Zinsspread, der einem auf dem zugrundeliegenden Risiko (Ausfallwahrscheinlichkeit der Anleihe) bezogenen Aufschlag entspricht. Da der LIBOR-Satz rollend alle 3 Monate angepasst wird, ist die Rendite nicht vom Zinssatz des Moments des Investments abhängig, es entsteht somit kein "Zins Lock-Up" wie dies bei normalen Obligationen der Fall ist (eine Veränderung des Zinsniveaus wird komplett mitgemacht).

Welche Erfahrungen muss ein Cat Bond Fondsmanager mitbringen?

Optimalerweise mehrjährige Erfahrung in der Erst- und Rückversicherungsindustrie (Erfahrung im Bereich der Modellierung von Naturkatastrophenrisiken). Eine Ausbildung im Bereich Corporate Finance und/oder Erfahrung mit Solvenzrichtlinien helfen zudem, die Motivation (finanzwirtschaftlicher Hintergrund) hinter den einzelnen Transaktionen zu verstehen. Zuletzt hilft Erfahrung im Bereich Portfolio-Optimierung, um die Diversifikation des Fonds voranzutreiben.

Wie haben sich der Cat Bond Markt und seine Renditen in den vergangenen 10 Jahren entwickelt?

Der Markt zeigt ein starkes Wachstum, welches sich in der Zukunft noch nachhaltig verstärken wird (spätestens mit der Europaweiten Einführung der neuen Solvenzregelungen für Erstversicherer, Solvency II, ab 2010). Natürlich hat sich die Prämie, welche über Risiko bezahlt wird, im Laufe der Jahre verringert, da die Asset-Klasse bekannter geworden ist (Einstiegsprämie ist somit verschwunden). Jedoch erlaubt der heutige Markt mit einer großen Zahl individueller Transaktionen mit sehr unterschiedlichen Risk/Return Patterns die Zusammenstellung relativ gut diversifizierter Portfolios. Somit nimmt das Risiko innerhalb des Portfolios ab, was dazu führt, dass auf Portfolio-Basis unverändert sehr attraktive Risk/Return Ziele erreicht werden können.

Wie groß ist das Anlageuniversum? Welche Emittenten gibt es? Wer kauft Katastrophenanleihen?

Der Markt für Cat Bonds wird zurzeit auf rund 14 Milliarden US-Dollar geschätzt (total ausstehende Anleihen per November 2007; Quelle: Swiss Re Capital Markets). Auf der Emittentenseite sehen wir vor allem Rückversicherer, gefolgt von Erstversicherern und wenigen Großfirmen (Telekom-Unternehmen etc.). Als Käufer treten wiederum unterschiedliche institutionelle Investoren auf; die risikoreichen Transaktionen werden vor allem von Hedge Funds gekauft, die relativ risikoarmen Anleihen (tiefes Ausfallsrisiko bzw. gutes Rating) werden von Zielfonds (Cat Bond Funds) sowie großen Bond-Fonds gekauft.

Wie funktioniert die Bewertung der erworbenen Versicherungsrisiken? Auf welche Weise wird das Eintreten einer Naturkatastrophe prognostiziert?

Jede Anleihe wird durch eine unabhängige Risiko-Modellierungsfirma bewertet und erhält zumeist auch ein Rating (S&P, Moody's). Das Risiko basiert auf Modellen, welche die Wiederkehrperioden (Return Period) für große Naturkatastrophen berechnen. Es sind dieselben Modelle, wie sie in der Versicherungsindustrie seit Jahren benutzt werden. Das Resultat ist eine Bewertung des Risikos in Prozent, welches die Ausfallwahrscheinlichkeit einer Anleihe schätzt.

In welche Naturrisiken bzw. Risikogebiete wird besonders gerne investiert?

Die größte Zahl an Anleihen im Markt sehen wir im Bereich der "Großen Fünf Risiken": Windsturm (Hurrikan) USA, Kalifornien Erdbeben, Windsturm Europa, Erdbeben Japan sowie Windsturm (Typhoon) Japan. Das heißt aber nicht, dass in diese Risiken besonders gerne investiert wird, im Gegenteil. Um ein Portfolio optimal zu diversifizieren, möchte man als Investor möglichst in Risiken investieren, welche nicht zu den erwähnten fünf gehören. Hier sehen wir Erdbeben in Mexiko oder in Europa, Windsturm in Australien oder Flut in England als bereits gehandelte Risiken im Markt. Entsprechend dem Prinzip von Nachfrage und Angebot bezahlen daher auch diese "diversifizierenden Gefahren" den kleinsten Coupon im Vergleich zum Risiko.

Welche Rolle spielt hier der Klimawandel? Wie wirkt er sich auf das Risiko von Cat Bonds aus?

Die Versicherungsindustrie lebt davon, sich ändernde Gefahren zu analysieren. In Florida beträgt die Wachstumsrate der Versicherungssumme bereits heute rund 7% pro Jahr, alleine durch Bauaktivitäten sowie Inflation. Das heißt also, dass bereits heute das Verlustrisiko einer Erstversicherung, welche in Florida aktiv ist, um diese 7% pro Jahr zunimmt. Die Modellierung und die Deckung muss laufend angepasst werden. Klimaveränderung ist nun einfach ein Faktor mehr, welcher Änderungen mit sich bringt; hier geht es darum, ob wir in Zukunft mehr (Anzahl) oder stärkere Stürme oder Flutkatastrophen sehen werden. Die verwendeten Modelle gehen davon aus, dass dies so ist und kalkulieren bereits heute ein Element für Klimaveränderung ein. Somit ist dies Bestandteil der Risikomessung, der Investor erhält dafür entsprechend eine Prämie. Und die Messung wird typischerweise jährlich angepasst, um immer auf dem neusten Stand zu sein.

Worin besteht bei Cat Bonds das Anlagerisiko?

Grundsätzlich besteht das Risiko darin, dass der Anleger bei einer Naturkatastrophe Geld verlieren kann. [initiative vernunft ernennt diese unglaublich egoistische Aussage zum Kandidaten ZYNISCHSTER SPRUCH DES JAHRES 2008.] Dieses Risiko kann jedoch im Rahmen eines optimal diversifizierten Portfolio minimiert werden. Somit besteht das Risiko des Anlegers noch darin, in den richtigen Fonds mit den entsprechend gut ausgebildeten Spezialisten zu investieren. Falsch wäre es, ohne das Fachwissen direkt einige Cat Bonds zu kaufen und dann auf gutes Wetter zu hoffen. [Anm. initiative vernunft: "Korrekt", es wäre in diesem Geschäftsmodell völlig verfehlt auf gutes Wetter zu hoffen, vielmehr braucht es eben Wetter(Manipulation?), das Katastrophen bringt, denn nur so schnellen die Versicherungsprämien in die Höhe, welche wiederum mit diesem unsäglichen Anlagevehikel abgesichert werden.] Man kann eine sehr gute Diversifikation erreichen; meiner Erfahrung nach benötigt man dafür jedoch mindestens 50 Einzeltitel.

Wie ist es bei Cat Bond Fonds um die Korrelation mit den restlichen Märkten bestellt?

Genau hier sehen wir die Stärke von Cat Bond Fonds: Das Investment korreliert kaum mit übrigen Finanzmarktrisiken; dies haben wir auch im Rahmen der Sub-Prime Krise wieder gesehen: Cat Bond Funds haben eine solide, positive Performance gezeigt, auch in den schwierigen Monaten August und September. Der einzige Grund für eine negative Performance ist eine Naturkatastrophe – andere Einflüsse der Finanzmärkte sollten die Performance von Cat Bond Funds nicht tangieren. Somit bietet sich eine Grundallokation in diesen Bereich unbedingt an; der Effekt ist eine Reduktion des Gesamtrisikos eines Portfolios (Efficient Frontier wird leicht verschoben).

Herr S., vielen Dank für das Gespräch.


A. E. ist Fondsanalyst bei Morningstar Deutschland. Er würde gerne Ihre Anmerkungen hören, kann jedoch keine Anlageempfehlungen aussprechen. Sie erreichen ihn unter A..E.@morningstar.com.

[Hervorhebungen und Anonymisierung der Namen der Interviewpersonen durch die Red.]
Mit Kapitalanlagen wie oben beschrieben ist denkbar geworden, dass eine bestimmte (mächtige) Investorengruppe besondere Renditen erzielen kann, indem sie entsprechende Wettermuster und klimaverändernden Eingriffe "bestellt". Die dazu benötigten Institutionen sowie die Waffentechnologie sind bereits vorhanden. Aktive Wettermanipulation im Dienste pervers eingesetzten Kapitals kann nicht mehr ausgeschlossen werden.

Recherchieren Sie zur Einführung ins Thema Wettermanipulation z. B. hier:
http://www.fosar-bludorf.com/hochwasser/index.htm
http://www.fosar-bludorf.com/wetter/index.htm
http://info.kopp-verlag.de/archiv/artikelanzeige/browse/16/article/wetterkriegfuehrung-versuche-des-us-militaers-mit-klimatischer-kriegfuehrung.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=35&cHash=634063f844

World.Content.News - Frühzeitige Erdbebenwarnung in China: Das Rätsel von Ma'erkang
Skalarwellen-Technologie als Auslöser für die Erdbeben in China?
http://worldcontent.twoday.net/stories/4939001/

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Öffnen und Betreten der verlinkten Informationen ausschliesslich auf eigene Verantwortung!

Vom "Problembär" zum "Risikobär" - was heisst das konkret...?

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
mit der folgenden - leider aus dem echten Leben gegriffenen Kurzgeschichte - eröffnen wir die
Rubrik "Zu schlechter Letzt".

Hier können Sie den aktuellen um sich greifenden Real-Zynismus und Real-Sarkasmus in unserem Leben anhand ausgewählter Pressemeldungen mitverfolgen.

Wir beginnen mit einem Bär, der zum "Problembär" und schliesslich zum "Risikobär" "befördert" wurde, was für ihn unangenehme Folgen hatte, wie Sie im folgenden leicht erkennen werden.

-- Kommentare von Alpha Whisky --

-- Es war einmal ein 14. April 2008 in den Bündner Bergen... --


Risikobär erschossen
-- Tönt echt stark im ersten Moment..., ja beinahe "vernünftig"... --

Der Bär JJ3 ist tot. Bündner Wildhüter haben den zwei Jahre alten Braunbären im Raum Mittelbünden erlegt.
-- Mit dieser technokratischen Bezeichnung (der Bär besass dadurch nie einen richtigen Namen!) kann ja kein Wildhüter eine dauerhafte Beziehung zu einem Bären aufbauen... --

JJ3 sei zum Sicherheitsrisiko für Menschen geworden.
-- Was die Risikolage rasch ins Gegenteil zu Lasten des Bären verkehren kann... --

Bund und Kanton Graubünden hätten deshalb entsprechend dem Konzept Bär Schweiz den Abschuss des Tieres beschlossen.
-- Wurde dem Bär dieses "Konzept" je vorgestellt...? Unwissenheit wäre ja direkt todgefährlich! --

Bevor JJ3 zur Strecke gebracht werden durfte, musste er vom «Problembären» zum «Risikobären» umklassiert werden. Diese Einstufung als ein Raubtier, das dem Menschen gefährlich werden kann, erfolgte in Absprache zwischen Bund und Kanton.
-- Hatte der Bär dieser vorgängien, von Amtes wegen raffinierten "Umklassierung" etwa gar zugestimmt...? --

Das Amt für Jagd und Fischerei betrieb viel Aufwand, um dem ungebetenen Gast die Flausen auszutreiben.
-- Allein schon Flausen also können ein "wildes Leben" ernsthaft in Gefahr bringen... --

JJ3 wurde mit Gummischrot und Knallpetarden empfangen, wo immer er sich besiedeltem Gebiet und dessen Abfallkübeln näherte.
-- Womöglich hat der Bär all die Petarden gar lustig gefunden - eine so knallige, ausgelassene Begrüssung jedes Mal ist doch ein echter Liebesbeweis! --

Die Vergrämungen wurden nur noch kurze Zeit fortgesetzt.
-- Wurde der baldige Mord etwa zu spielerisch angekündigt...? --

Erst letzte Woche war JJ3 verschiedentlich Asyl angeboten worden.
-- Ja, wer keine Papiere hat, die auf "Flocke" oder "Knut" lauten, der hat es wahrlich schwer... --

«Das Einsperren eines an die Wildnis gewöhnten Bären ist aus tierethischen Gründen nicht vertretbar», sagte etwa der Bündner Jagdinspektor.
-- Zum Glück aller wurde die "tierethischere Lösung" gewählt: Tod durch Erschiessen! Jagdinspektoren - die neuen Sterbehelfer...? --

Die Textpassagen wurden entnommen:
http://tagi.ch/dyn/news/schweiz/861459.html

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